Bernaus „lokale Helden“ bevölkern den Parkplatz am Edeka-Center. Sie sind mit Löschfahrzeugen und Drehleiter, Gulaschkanone und Glücksrad angerollt, denn es ist ein besonderer Tag. An diesem Sonnabendmorgen startet der Verkauf des Sammelalbums, in dem die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr auf 338 Stickern verewigt werden.

Kistenweise stehen die Sticker zum Verkauf bereit

Die Sticker zum Sammeln, Kleben und Tauschen stehen kistenweise zum Verkauf bereit. Der Stand am Seiteneingang des Supermarktes ist umlagert. Matthäus Itzigehl, seit 14 Jahren Mitglied der Bernauer Wehr, wundert das nicht. „Es gibt Kameraden, die haben acht Stickeralben vorbestellt“, erzählt er. „So ein Album ist ja auch etwas für die Ewigkeit“, findet der 32-Jährige. „Dafür werden sich auch kommende Generationen interessieren“, glaubt er.
Ulf Ritter hält mit seinem ersten Enkelkind die nächste Generation im Arm. Mit großen Augen staunt der kleine Ben die Welt an. Der Opa ist überzeugt, dass das jetzt sechs Monate alte Baby eines Tages in die Fußstapfen von Großvater, Eltern und Onkel tritt. Die Leidenschaft für die freiwillige Feuerwehr liegt nämlich in der Familie.
2002 zogen die Ritters von Berlin nach Schönow. Zwei Jahre später schloss sich zunächst Sohn Dennis, dann Tochter Natalie der Wehr an. Vater Ulf folgte im Jahre 2006. „Ich habe praktisch meinen Traum an die Kinder weiter gegeben“, sagt der Senior. Dass mit dem Vater seines Enkelsohnes, Pascal Fritz, ein weiterer Bernauer Feuerwehrmann zur Familie stieß, freut ihn besonders. „Die Chancen stehen also bestens, dass auch mein Enkel eines Tages dazu gehören wird“, ist Bens Großvater voller Zuversicht.

Um den Nachwuchs ist dem Stadtbrandmeister nicht bange

Feuerwehrchef Jörg Erdmann hat an diesem Sonnabend ebenfalls die Familie einschließlich der Enkelkinder mitgebracht. Um den Nachwuchs ist ihm nicht bange. An die 340 Mitglieder hat die Bernauer Wehr, darunter 180 aktive Einsatzkräfte. Viele beginnen ihre Laufbahn bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Die meisten bleiben auch als Erwachsene bei der Stange. Der eherne Grundsatz „Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr“ gilt immer noch.
Das weiß auch Edeka-Marktleiter Mathias Igel, der selbst Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist und gemeinsam mit Ken Bögershausen das Projekt Stickeralbum in die Wege leitete. Aufmerksam geworden waren sie auf die Möglichkeit, als freiwillige Feuerwehr in besonderer Art und Weise Präsenz zu zeigen, durch die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Ein Start-up-Unternehmen hatte dort seine Idee, „lokale Helden“ zu „Stars“ zu machen, vorgestellt.

Zwei Euro pro Heft gehen direkt an die Feuerwehr

Es sei eine Win-win-Situation für alle Seiten, sagt Mathias Igel. Nicht nur, dass die Feuerwehr durch das Stickeralbum in aller Munde sei, von dem Erlös der Hefte zum Preis von vier Euro gingen zwei Euro auch direkt an die Wehr, erzählt er. Und der Edeka-Markt beweise durch die Aktion, dass er fest in Bernau verankert sei. „Finanziell macht das Unternehmen keinen Gewinn“, stellt der 37-jährige Marktleiter, ein gebürtiger Bernauer, klar.
Am Ende dieses ersten Tages sind 133 Alben und rund 3000 Stickersets a 90 Cent verkauft. Zehn Wochen lang können die Bernauer beides noch im Edeka-Center erwerben.