Fast zehn Jahre ist es her, dass es erste Ideen für die Umgestaltung der Dransemündung in Panketal gab. Am Montag erfolgte nun der Baubeginn, um auf der rund 31.000 Quadratmeter großen Fläche an der Straße der Jugend in Zepernick einen Erlebnis- und Erholungsbereich zu schaffen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,4 Millionen Euro.
Davon wird etwas mehr als eine Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. 400.000 Euro investiert die Gemeinde. Voraussetzung für die Förderung war, dass die Gemeinde Panketal am Stadt-Umland-Wettbewerb teilnahm. Läuft alles wie geplant, dann kann der Erholungspark im Mai 2021 eröffnet werden. Wenig später, Mitte des Jahres, soll dann auch der Baubeginn für die Sporthalle an der Straße der Jugend sein.

Erholung und Naturschutz in Panketal

„Die Vereinbarkeit von Erholung und Naturschutz, dieses Ziel soll hier verwirklicht werden“, sagt Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke. Unter dem Gesichtspunkt der Erholung und Entspannung werden ein Fitness-Parcours mit Geräten sowie eine Laufstrecke angelegt. Es entsteht ein Picknickort, einzelne Hängematten werden gespannt. Während zur künftigen Turnhalle bereits der etwa 400 Meter lange Fußweg für die Schüler realisiert wird, können die schon vorhandenen Trampelpfade  unverändert genutzt werden.

Ein Biotop soll entstehen

Das Besondere an dem Standort ist, dass sich dort dereinst die Zepernicker Badeanstalt befand. Reste des Betonbeckens liegen noch im Boden, es entstand jedoch ein Biotop, das im Zuge des Umbaus erhalten bleibt, aber keinen Zufluss zur Panke hat. Wie Fachdienstleiterin Anke Wendland sagt, wird das Biotop dauerhaft mit einem Gerät zur Kontrolle der Wasserqualität ausgestattet. Droht das Wasser umzukippen, werden umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Kneipp-Einstieg in die Panke

Der heutige Teich ist nicht mehr zum Baden vorgesehen. Dafür wird aber ein Kneipp-Einstieg in die Panke angelegt. Die schon durchgeführte Renaturierung des Panke- und Dranseverlaufs wurde von vielen Kindern bereits rege angenommen.
Mit dieser Maßnahme wurde der Verlauf des vor Jahrzehnten begradigten Flüsschens wieder in großen Bögen verlegt. Spielgeräte kommen hinzu, zum Beispiel eine Kletteranlage und ein behindertengerechtes Karussell, das mit einem Rollstuhl befahren werden kann.

Crossstrecke für Radfahrer kommt nicht

Die Aufstellung von Spielgeräten stand auf der Wunschliste der Kinder. Beteiligt hatten sich unter anderem die Schulen in Schwanebeck und Zepernick und der Hort. Rund 300 Kinder äußerten sich entweder bei einem Vor-Ort-Termin oder indem sie die aufgestellten Wunschboxen füllten. Eine Crossstrecke für Radfahrer konnte allerdings nicht angelegt werden, da sie dem Naturschutzgedanken entgegenstand.
Dieser bildet einen Schwerpunkt des Konzeptes. Im Vorfeld der Planung hatte es auch einen Antrag auf Ausweisung des Areals als Naturschutzgebiet gegeben, das aber einen gänzlich anderen Umgang mit der Fläche erfordert hätte. Ein Artenschutzgutachten im Auftrag der unteren Naturschutzbehörde ergab jedoch, dass zwar viele Amphibienarten vorhanden seien, der Status als besonders schützenswert aber nicht erreicht werde.

Boden wird wegen Schadstoffen ausgetauscht

Mit der Umgestaltung erfolgt zugleich ein Bodenaustausch. Bodenproben haben ergeben, dass Schadstoffe, vor allem Arsen, in der Fläche vorhanden sind. „Eine akute Gefährdung besteht nicht, aber die Belastung wird natürlich im Zuge der Arbeiten beseitigt“, sagt Maximilian Wonke. Vermutet wird, dass die Schadstoffe durch die Panke, insbesondere durch früheren Einleitungen von Abwässern aus Betrieben an der Panke eingebracht wurden.
Eine Frischwiese innerhalb des Areals soll dazu beitragen, dass das Regenwasser am Ort gehalten wird. „Dort darf das Wasser ruhig einmal etwas stehen“, sagt Anke Wendland. Zum vorhandenen Baumbestand kommen weitere Pflanzungen hinzu, die zugleich Ausgleichsmaßnahmen zum Beispiel für den Bau der Sporthalle darstellen.