Als die 25 Panketaler Demonstranten am Freitag vom Zepernicker Bahnhof aus mit ihrer Rädern aufbrachen, tagte die Berliner Regierungskoalition zum Thema Klimaschutz. Ein bisschen wie das vatikanische Konzil bei der Papstwahl.  Alle warten gespannt auf ein Ergebnis. Nach 16 Stunden immer noch kein weißer Rauch. Um halb zwölf setzen sich die Panketaler in Richtung Bernau in Bewegung. Nach einer Kundgebung dort soll es gemeinsam mit Bernauern und den Leuten aus den umliegenden Kommunen zur Demo nach Eberswalde gehen.
Mit von der Partie ist Grünensprecherin Katharina Schreyer, deren kleiner Sohn vorne im Lastenrad mitfährt. Ihre Niederbarnimer Regionalgruppe hat zusammen mit den Linken und dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrad-Club) zur Panketaler Fahrraddemo nach Vorbild der spontanen fröhlichen "Critical Mass"-Fahrradrebellen aufgerufen. "Wir haben ja erst vor wenigen Wochen mit der Vorbereitung angefangen, dafür bin ich sehr zufrieden!", beteuert Katharina Schreyer, während ihr Parteikollege und Grünensprecher Matthias Hasselmann der Journalistin vom RBB-Radio ein Interview gibt. Er will bei der Verkehrswende in Panketal mithelfen. Außerdem findet er es gut, einzelne Ideen aus dem Konzept "Klimanotstand", wie ihn viele Kommunen schon ausgerufen haben, auf seinen Heimatort Panketal zu übertragen. Den "Klimanotstand" in Panketal auszurufen, hält er im Moment nicht für nicht durchsetzbar, "aber vielleicht können wir einzelne Punkte bei uns anwenden, wie zum Beispiel, dass in gemeindlichen Beschlussvorlagen immer auch klimatische Auswirkungen angegeben werden müssen", meint Hasselmann.
Als die Panketaler Klimaschützer an der Bernauer Grundschule am Blumenhag vorbeifahren, ziehen sie schon eine ordentliche Autokarawane hinter sich her. Dort hat eine Lehrerin mit ihren Schülern spontan entschieden, heute mit zu demonstrieren. Die Kinder halten selbstgemachte Plakate hoch, ein Junge  hat einen Eisbären gezeichnet, der gerettet werden muss. Als die Kinder die Menge am Markt sehen, rufen sie: "Klimaschutz, Klimaschutz", die Lehrerin versucht ihre Meute etwas zu zügeln.  Von Sankt Marien herüber dringt Glockengeläut, damit drückt Pfarrerin Konstanze Werstat ihre Unterstützung für die Umweltschützer aus.
"Die-In" vor der Ebert-Wiese
Die Kundgebung am Bernauer Markt besuchten rund 200 Leute. Für viele von ihnen, wie für den Bernauer Eberhard Hinrich, der sich an den Workshops des Bernau.pro.Klima beteiligt hatte, ist es die erste "Fridays for Future"-Demonstration heute. "Ich finde es gut, dass in Bernau das 1000-Bäumeprogramm begonnen wurde", so Hinrich. "Es wurde hier ohne Not viel zu viel abgeholzt", findet ein anderer Demonstrant. Nach einem Wechselsprechgesang, angeleitet von den beiden Schülerinnen Miri und Tabea, setzt sich der Tross zum Zug nach Eberswalde in Bewegung.
Auch in der Kreishauptstadt war die "Fridays-For-Future" diesmal von relativ vielen Erwachsenen besucht. Insgesamt hatten sich 1260 Teilnehmer eingefunden, die zusammen vom Bahnhof zur Maria-Magdalenen-Kirche zogen. Vor der Friedrich-Ebert-Wiese legten sich Demonstranten auf die Straße, um gegen eine geplante Bebauung dort zu demonstrieren.