Der 34-Jährige hat bereits eine Menge erlebt.  Geboren in Guben, wächst er in Cottbus auf und entdeckt seine Liebe zu Energie, der er bis heute treu ist. "Wir kommen auch morgen noch wieder" heißt ein Song, den er für seinen Lieblingsverein geschrieben hat.
Energie ist seine große Liebe
Alexander Knappe geht mit zwölf Jahren auf die Sportschule in Cottbus. Mit 13 zieht er mit seiner Mutter nach Berlin, wechselt daher auf die Akademie von Hertha BSC. Bei den Hauptstädtern durchläuft er alle Jugendmannschaften. Er überzeugt. Alles deutet auf eine Karriere als Profi hin. Doch dann kommt der Bruch. Mit 18 – kurz bevor er seinen Profi-Vertrag bei Hertha unterschreiben soll – reißt er sich das Kreuzband. Danach findet er nie mehr richtig den Anschluss. Aus der Traum vom Profi.
Ein Sprichwort sagt: "Wenn eine Türe sich schließt, öffnet sich eine andere." So ist es auch bei Alexander Knappe, der sich fortan mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, bis er in einer Karaoke-Bar von einem Produzenten angesprochen wird.
2012 ist sein erstes Album "Zweimal bis Unendlich" erschienen. Mit seinem Album "Ohne Chaos keine Lieder" landet Knappe sogar auf Platz 6 der deutschen Albumcharts, er singt ein Duett mit Shooting-Star Joel Brandenstein.
Fußball bleibt aber neben der Musik Knappes große Liebe. Er spielt für den Kollwitzer SV (Landesliga Süd), TSV Mariendorf (Landesliga) und den SC Gatow, zuletzt für den SV Falkensee-Finkenkrug in der Brandenburgliga.
Schnell und technisch stark
Der Kontakt nach Zepernick kam über Co-Trainer Lucio Geral zustande. "Die beiden kennen sich schon lange. Alexander hat auf Lucios Hochzeit gesungen", berichtet Opitz. Knappe will seine Karriere als Sänger voran treiben, aber trotzdem weiter Fußball spielen. In Zepernick könne er beides verbinden, sagt Opitz, der sich von dem neuen Talent viel erhofft. "Der wird uns noch einmal auf eine andere Stufe stellen. Er ist sehr laufstark, technisch beschlagen und einer, der die Mannschaft mitzieht, auf dem Platz gut kommuniziert. Das hat uns immer gefehlt."
Seit 14 Tagen trainiert der 34-jährige in Zepernick mit. "Einheit spielt nur in der Kreisoberliga. Aber der Platz ist näher an meinem Tonstudio dran und die Trainingsbedingungen in Zepernick sind besser als in Falkenkrug", begründet er selbst seinen Wechsel. Und er hat Ziele: "Der Verein will aufsteigen. Wenn ich meinen Teil dazu eintragen kann, dann passt das."
Platz unter Top 3 angestrebt
Neben Knappe haben die Zepernicker auch Roullah Hosseine verpflichtet. Der 20-jährige Afghane spielte bislang für den BSV Hürtürkel (Landesliga Berlin). "Roullah ist Flüchtling, ein ganz schüchterner Junge, der seit zwei Jahren keinen Fußball gespielt hat. Aber der ist ein Riesentalent", verrät Trainer Dirk Opitz, der sich mit seinem frisch verstärkten Team eine Menge ausrechnet. "Ein Platz unter den ersten Drei könnte drin sein." Und der Anteil weiblicher Fans dürfte in Zepernick künftig deutlich steigen.