„Wir sind der verdiente Derby-Sieger.“ Das ist das Statement von Nico Thomaschewski nach dem Triumph seiner TSG Einheit Bernau gegen die Nachbarn vom FSV Bernau. Mit 3:0 hatte Gastgeber Einheit es diesmal kurz und knackig gemacht in dem emotionalen Brandenburgliga-Derby. Die Frage, welches das beste Bernauer Fußball-Team ist, wäre vorerst geklärt. Und der FSV, nach zwei Siegen in Folge im Aufwind, dürfte damit erst einmal wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt sein.
Besondere Brisanz der Situation: Das alte Thema einer Fusion der beiden Vereine, das seit Beginn des Jahres erneut akut war, ist wieder vom Tisch. Beide werden bis auf weiteres Konkurrenten bleiben.
Dafür können sich die Zuschauer aber eben auf spannende Derbys freuen, so wie am Sonnabend, als rund 400 das Spielgeschehen auf dem Sportplatz am Wasserturm verfolgten.

Tor gegen den Konkurrenten ist etwas Besonderes

„Uns war von Anfang an klar, dass wir das hier ziehen“, erklärte Einheit-Kapitän Maximilian Walter, der mit seinem Treffer zum 3:0 endgültig in der zweiten Hälfte alles klar gemacht hatte. „Ein Tor zu erzielen ist immer ein tolles Gefühl, aber wenn es gegen den FSV geht, dann ist es nochmal was Besonders“, grinst er.
„Ich glaube, dass wir heute keine Luft dran gelassen haben. Wir sind 90 Minuten angelaufen und deshalb haben wir verdient gewonnen“, war Nico Thomaschewski mehr als zufrieden mit seiner Mannschaft, die gegen den defensiv tief stehenden FSV von Beginn an das Spiel bestimmt hatte, bissiger und griffiger in den Zweikämpfen war. „Wichtig sind für uns vor allem die drei Punkte nach der Pokal-Niederlage in Neuruppin.“
Gäste-Trainer Matthias Schönknecht war nach dem Abpfiff nicht zufrieden, konnte dem Ergebnis aber dennoch etwas Positives abgewinnen. „Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir uns dem verdienten Sieger heute geschlagen geben mussten, damit einige Leute mal wieder runter kommen. Einige haben offenbar schon erwartet, dass wir es in die obere Tabellenhälfte schaffen könnten, aber wir müssen uns ganz klar an Gegnern messen, die mit uns auf Augenhöhe sind.“

„Wenn sich einer nicht an Absprachen hält, ist das fatal.“

Trotzdem sei er nicht zufrieden mit seiner Mannschaft. „Alles, was uns die letzten Wochen ausgezeichnet hatte, war heute nicht da.“ Vor allem mit einer Aktion war er nicht zufrieden. „Der Genickbruch war das 2:0.“ Denn nachdem Frederick Fiebig mit seinem Tor in der 33. Minute die Gastgeber in Führung gebracht hatte, traf Einheit-Neuzugang Tony Oppelt nach Vorlage von Fiebig zum strategisch günstigen Zeitpunkt für Einheit kurz vor dem Pausenpfiff zum 2:0. Vermeidbar, fand Matthias Schönknecht. „Ein Spieler hat sich da nicht an die Absprachen gehalten und seine Mitspieler damit in den Hintern getreten. Das ist nicht mannschaftsdienlich. Der Rest der Mannschaft hat alles umgesetzt, was vorgegeben war und einer macht das nicht. Das ist in unserer Situation und gegen so einen Gegner fatal.“
Torschütze Tony Oppelt freute sich dagegen riesig über den ersten Treffer für seinen neuen Verein. „Das gleich im wichtigen Derby - das ist schon klasse.“
Kritik gab es von Matthias Schönknecht auch an FSV-Ersatz-Keeper Mokhmad-Emi Gazaliev, der wegen Meckerns von der Bank die rote Karte kassierte. „So etwas dulde ich nicht“, schimpfte Schönknecht.

Das Team braucht noch Zeit

Sein Team, weiß der FSV-Coach, brauche einfach noch etwas Zeit, um sich zu entwickeln. „Man muss sich ja nur ansehen, wo unsere Spieler herkommen. Danny Blume und Pascal Lange zum Beispiel kommen aus der Landesklasse. Das sind Spieler, die entwickelt werden sollen. Die haben noch nicht die Schnelligkeit im Kopf und die Wendigkeit, um gegen so einen Gegner zu bestehen.“
Auf den FSV Bernau wartet weiter viel Arbeit. Einheit hat den Stadt-Konkurrenten dagegen wieder überholt und dürfte nun mit breiter Brust in das nächste Spiel beim Oranienburger FC gehen.
Einheit Bernau jubelt nach Sieg im Stadtderby gegen den FSV Bernau.

Fußball Einheit Bernau jubelt nach Sieg im Stadtderby gegen den FSV Bernau.

Einheit Bernau: Nico Reimann – Tom Schneider, Julian Graf, Fritz Söllner, Paul Peschke - Viacheslav Veybert, Timm Gromelski (90. Toni Huhle), Martin Lange, Maximilian Walter (90. Marvin Dumke) – Tony Oppelt (80. Caspar-Leon Oesterling), Frederick Fiebig (71. Dennis Kamin)
FSV Bernau: Glenn Böhme – Tassilo Mahnke, Damir Coric, Niklas-Joel May, Philipp Wannke – Norman Flach, Richard Bergmann (67. Pascal Lange), Leonell Noukimou (34. Milos Savkovic), Marcus Vinicius da Silva Freitas (46. Tijane Freitas dos Reis) – Danny Blume, Paul Petermann