Die Optiz-Elf konnte personell aus den Vollen schöpfen. "Unser Musiker Alexander Knappe ist auf Tournee, der fehlt uns schon. Selbst Philipp Engel, unser Neuzugang von Einheit Bernau, muss erst einmal draußen bleiben", berichtete der Übungsleiter kurz vor dem Anpfiff.
Storkow hatte in diesem Punkt größere Probleme, allein schon auf der Torhüterposition musste mit Tobias Langnickel die dritte Kraft den Kasten hüten.
Mit Beginn machte Einheit sich auf die Suche nach Ideen, den zweireihigen Betonriegel irgendwie zu knacken. Dabei sprang zunächst nur eine Ballbesitzquote von gefühlten 90 Prozent heraus, die sich im gesamten Spielverlauf wenig änderte. Der kleine Kunstrasen, auf dem kurzfristig ausgewichen wurde, spielte den Storkower Gästen in die Karten. Einheit brauchte Geduld, machte aber auch den Fehler, die Angelegenheit im Schneckentempo spielerisch lösen zu wollen und verfiel dabei einige Male in den Modus des "Hacke, Spitze, Eins, Zwei, Drei …".  Hinzu kam, dass die Schussqualität aus der zweiten Reihe ebenfalls zu wünschen übrigließ. So war es nicht verwunderlich, dass ein Strafstoß, Max Bochmann hatte Philip Opitz gelegt, zum verdienten 1:0 führte. Der Gefoulte nahm sich die Kugel und verwandelte sehr souverän (31.).
In den Folgeminuten kratzte Einheit einige Male an der Ergebnisverbesserung, doch Atze Renner (32.), Niklas Liebenthal (33.) und Lesley Park (35.) offenbarten Mängel im Abschlussvermögen. In der 40. Minute hatte dann Einheits Keeper Steve Jarling seinen ersten Auftritt. Der musste weit raus rauskommen und Kopf und Kragen riskieren, um dem mit einem langen Ball versorgten Jacob Pöhl die Kugel vor der Ballannahme abzunehmen.
Zum Wiederanpfiff blieben die Kräfteverhältnisse unverändert. Zepernick agierte immer noch in Handballmanier, den Ball vor dem Gästestrafraum hin und her spielend, ohne große Wirkung zu erzeugen. Doch mit dem 2:0 durch Patrick Kain, der nach einem Lupfer von Atze Renner den Ball mit der Stirn aus Nahdistanz über die Linie beförderte, war das Spiel entschieden (58.). Innerhalb von zwei Minuten erhöhte sich die Torbilanz der Heimtruppe auf 4:0. Philip Opitz zum zweiten Mal (59.) und Atze Renner, der auf der linken Außenbahn eine gute Partie ablieferte, belohnte sich selbst mit einem Treffer (61.).
So ein wenig bahnte sich nun ein Gästedebakel an. Es blieb aus, weil Zepernick die Taktik des Kurzpassspiels auf engstem Raum nicht aufgab und es damit den Gästen nicht allzu schwer machte, zu verteidigen. Stattdessen kamen die wackeren Storkower noch zu ein paar Kontermöglichkeiten, die aber in der gut organisierten Abwehr der Hausherren hängen blieben. Den Schlusspunkt in dieser sehr zähen Partie setzte Lesley Park. Er wurde durch Philip Opitz, der von der Grundlinie zurückpasste, sehenswert in Szene gesetzt und konnte ohne Probleme mit platziertem Schuss den 5:0-Endstand herstellen (79.).
Steigerung zur Vorwoche
"Mit der ersten Halbzeit waren wir nicht zufrieden. Nach dem Wiederanpfiff wurde es dann besser. Für mich war es auf jeden Fall eine Steigerung zur Vorwoche, in der nicht viel zusammenlief. Was mich immer noch ärgert, ist unsere Chancenverwertung, die uns ein höheres Ergebnis gekostet hat", war im Statement von Einheit-Trainer Dirk Optiz im Nachgang zu hören, dessen Elf nun die Tabelle weiter anführt.
Gäste-Coach Christian Böttcher hatte wohl mit einer Niederlage gerechnet und blieb in seiner Analyse recht entspannt. "Der Sieg, allein schon wegen der Qualität der Zepernicker, geht absolut in Ordnung. Unsere Igeltaktik hat gut funktioniert, deshalb ist mir das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen."
Zepernick: Steve Jarling – Steffen Wolf, Kevin Capolei, Eric Schneider (46. Philipp Engel), Philip Opitz (66. Karsten Zootzky), Atze Renner, Max Gronski, Lesley Park, Stefan Schulz, Patrick Kain, Niklas Liebenthal (79. Fabian Kobel)