Dirk Opitz, Trainer des Spitzenreiters der Kreisoberliga, musste auf einige Stammkräfte verzichten und sah sein Team in der Außenseiterrolle. Sein Gegenüber Sven von Pruschak konnte hingegen aus dem Vollen schöpfen, war aber überrascht, dass die Partie auf den kleinen Kunstrasen verlegt wurde, obwohl der Zepernicker Rasen einen guten Eindruck machte.
Die Begegnung hatte alles zu bieten, was sich die anwesenden 161 Zuschauer erhofften: Intensität, Rasse, Leidenschaft und Emotionen. Zepernicks Dennis Grybowski stellte sich im Zweikampf mit Sebastian Temma im eigenen Strafraum etwas ungeschickt an und brachte den quirligen Gäste-Younster regelwidrig zu Fall. Lucas Schmidt übernahm die Verantwortung für den fälligen Elfer, schoss den Ball halbhoch Richtung rechten Pfosten, wo sich Einheit Keeper Steve Jarling hin orientierte und die Kugel mit guter Parade entschärfte (9.).
Einen Bärendienst erwies Joachimsthals Stürmer Moritz Fedder seiner Truppe in der 20. Minute. Er trat nach einem Ballverlust nach und bekam dafür von Schiedsrichter Sven Roden den roten Karton gezeigt – "Juchte" war nur noch zu zehnt.
In der Folge nahm die Zweikampfhärte zu, was den Referee immer mehr in den Fokus stellte. Der hatte nicht seinen besten Tag erwischt und mit reichlich, auch berechtigter Kritik zu kämpfen. Die Qualität der Partie ließ nach, weil viele Nicklichkeiten zu Unterbrechungen mit anschließenden Diskussionsrunden führten und den Spielfluss lähmten.
Abschluss in den Sand gesetzt
Nach dem Wiederanpfiff hatte Einheit seine beste Phase, als Alexander Knappe Patrick Kain zweimal per Flanke bediente und der kläglich den Abschluss in den Sand setzte (50., 52.).
Die Unterzahl der Gäste brachte den Hausherren keine sichtbaren Vorteile. Joachimsthal übernahm nun mehr und mehr das Zepter. Deren "Offensiv-Rasselbande" rief zum Sturmlauf auf und scheiterte einige Male am hervorragend aufgelegten Einheit-Keeper Jarling oder auch an der eigenen Verspieltheit.
Zepernick rettete sich in die Verlängerung und ging kurz nach Wiederanpfiff in Führung. Patrick Kain, der sich nach einem Freistoß im Luftkampf noch im erlaubten Maße Platz verschaffte, war mit dem Kopf zur Stelle, um vielumjubelten 1:0 einzunetzen (96.). Ein schmeichelhafter Foulstrafstoß, der die Emotionen noch einmal richtig hochkochen ließ, brachte das 2:0 und somit eine Vorentscheidung. Alexander Knappe trat an und verlud Schorfheides Keeper Fabian Schröder, der dadurch keine Abwehrchance hatte (103.).
Keine Nachspielzeit
Zwar kam der Landesklassenvertreter noch zum Anschlusstreffer in der 119. Minute durch Dennes Giernoth, doch der insgesamt schwache Schiedsrichter ließ keine Nachspielzeit mehr zu, obwohl diese auf jeden Fall gerechtfertigt gewesen wäre.
"Wir haben hier heute ganz einfach verloren, weil wir zu wenig Tore geschossen haben", fiel das kurze Statement von Gäste-Coach Sven von Pruschak aus. "Trotzdem finde ich, dass wir ein ganz starkes Spiel gemacht haben." Dirk Opitz war natürlich stolz auf seine Jungs. "Das war ein Sieg der Moral. Wir haben nicht das Pokalspiel gewonnen, sondern eine Schlacht für uns entschieden. Man hat heute ganz klar gesehen, dass der Anschlusskader ebenfalls seinen Mann stehen kann. Das ist eine ganz tolle Truppe."
Zepernick: Steve Jarling – Eric Schneider, Philip Opitz, Lesley Park, Fabian Kobel (108. Bruno Koster), Benedikt Schickram (92. Maruis Honeck), Dennis Grybowski, Patrick Kain, Alexander Knappe, Karsten Zootzky (111. Antoni Gröning), Niklas Liebenthal
Joachimsthal: Fabian Schröder – Christopher Krumnow, Kilian Haß, Niclas Philip Zameit, Moritz Fedder, Tobias Fischer (106. Sven Musolf), Kenny Seidel (73. Dennes Giernoth), Marius Martin Falk (68. Willi Adler), Sebastian Temma (83. Kevin Brauner), Benjamin Ehrlich, Lucas Schmidt