"Wir haben heute keinen Druck. Selbst bei einer Niederlage sind wir oben immer noch dabei", hatte Einheit-Coach Dirk Opitz vor der Partie gesagt und genauso begann seine Mannschaft auch. Dabei zeigte sich Zepernick in der Begegnung auf dem kleinen Kunstrasenplatz auf Augenhöhe und präsentierte sich unheimlich effektiv. Lesley Park, der sich nach einer Ballstafette in Schussposition brachte, abzog und die Kugel rechts unten einschlagen ließ, brachte den Gästen den frühen Nackenschlag (3.). Das mögliche 2:0 hatte Atze Renner auf den Schlappen, doch sein Schuss aus sehr guter Position verschwand recht kläglich im Zepernicker Himmel (7.). In der 23. Minute machte es dann Stefan Schulz besser, der nach einem Solo einen Wimpernschlag früher am Ball war als Gästekeeper Patrick Bobermin und den Ball über die Linie zur verdienten Zwei-Tore-Führung drückte (23.). Zwar spielten die Gäste in der Folge fleißig mit, doch der richtige Zugriff, gerade in der eigenen Offensive wollte kaum gelingen.  Nach gut dreißig Minuten hatte Einheit sein Pulver verschossen.
Gastgeber verlieren Griffigkeit
Zum Wiederanpfiff agierten die Gäste wesentlich entschlossener und kamen auch früh durch Lars Müller zum Anschlusstreffer. Dabei ließ die Zepernicker Abwehr jeglichen Zugriff vermissen, als der Ball über mehrere Stationen vor dem Strafraum zum Schützen kam und der per Flachschuss einnetzte (52.). Einheit verlor zusehends die Griffigkeit und bekam das Flattern, als Oberkrämer mit Unterstützung des sonst sehr sicheren Steve Jarling durch Nicolai Jelitto das 2:2 hinnehmen musste (61.). Doch genau in der Phase, in der die Partie zu kippen drohte, schlug Einheit zurück. Alexander Knappe düpierte SV-Kapitän Tom von Glischinski, der dachte, dass der Ball ins Aus gehen würde und schob die Kugel aus spitzem Winkel an Bobermin vorbei zum 3:2 (73.). Oberkrämer blieb dran und nach einer schnellen Freistoßausführung vollende Nicolai Jelitto zum Ausgleich (78.). Beide Teams machten den Eindruck, dass sie mit dem Remis zufrieden sind. Doch da hatte man die Rechnung ohne die Gäste gemacht. In der 93. Minute schlug der eingewechselte Lukas Bertram nach einem Freistoß zu. Zepernick fehlte in dieser Situation die Konsequenz, den Ball wegzuschlagen und den Gegner zu stellen. Bertram spitzelte den Ball über die Linie.
Die Trainerstimmen
"Eigentlich hatte ich meinen Jungs gesagt, wir wollen das Unentschieden halten. Doch die haben sich dagegen entschieden und recht behalten. Zepernick hatte uns im ersten Durchgang die Aggressivität gezeigt, die nötig gewesen wäre, um hier zu bestehen. Davon waren wir weit entfernt. Wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn wir mit 4:0 zurückliegen. Der Fußball ist schon verrückt", so die Analyse von Gästetrainer Thomas Czerwionka. Dirk Opitz hingegen zeigte sich sehr enttäuscht und fand nur wenige Worte. "Dreißig Minuten haben wir sehr gut gespielt und dann leider den Faden verloren. Oberkrämer hat verdient gewonnen. Ich möchte denen noch nicht zum Aufstieg gratulieren, aber wer soll die noch aufhalten."
Zepernick: Steve Jarling – Eric Schneider, Philip Opitz, Atze Renner, Max Gronski (88. Karsten Zootzky), Lesley Park, Stefan Schulz, Patrick Kain, Alexander Knappe, Philipp Engel (60. Kevin Capolei), Niklas Liebenthal