Mit letzterem hatte der Trainer den Nagel auf den Kopf getroffen. Allein in der Anfangsviertelstunde, in der die Hausherren keinen Fuß auf den Boden bekamen, hätte Rot-Weiß mit durchaus vier Treffern in Front liegen können. Doch die Schlampigkeit rächte sich in der 30. Minute. Schönows Ballverlust mündete in einen Gegenangriff über die rechte Seite und einer Flanke auf Eintracht-Ikone Paul Roller. Per Finte brachte sich der Wandlitzer in Schussposition und drosch die Kugel in die Maschen. Die Suche nach der Tür, die ins Spiel führen sollte, schlug aber weiterhin fehl.
Schönow dreht das Spiel
Schönow brauchte ein wenig, übernahm in der Folge aber wieder die Kontrolle und drehte die Begegnung noch vor der Pause. Das 1:1 erzielte Lukas Lang, der nach einem abgewehrten Eckball das Spielgerät aufgelegt bekam und es unhaltbar ins lange Eck schlenzte (37.). Enrico Molkentin war dann der Vorbereiter zum zweiten Treffer nach eigener Balleroberung im Mittelfeld. Er bediente sehenswert seinen Kollegen Mark Thieme mit feinem Anspiel in die Tiefe, der nicht fackelte und platziert einnetzte (40.).
Zum Wiederanpfiff veränderte sich das Bild nicht. Eintracht agierte weiter ohne Plan und mit fehlender Körpersprache. Schönow kontrollierte das Spiel, wenngleich die eigenen Aktionen nicht mehr ganz so zwingend wie im ersten Durchgang waren. Trotzdem erhöhte Rot-Weiß die Trefferquote durch den nimmermüden Enrico Molkentin, der das 1:3 markierte (66.) und Hannes Krüger, der mit dem 1:4 dann auch die Kräfteverhältnisse numerisch geraderückte (82.).
Den Foulstrafstoß, den der konsequente Referee Marius Pröchtel in der 88. Minute verhängte, weil Pascal Böß in die Zange genommen worden und zu Fall gekommen war, versenkte Felix Fritzsche zum ernüchternden Endstand (88.). Matthias Händler, Trainer der Wandlitzer, war nach dem Abpfiff "pappesatt" und musste erst tief Luft holen, bevor er in seine Analyse ging. "Ich bin, ganz ehrlich, extrem enttäuscht. Wir haben heute alles vermissen lassen, hatten keine Einsatzfreude und keine Einstellung." Dies sei das Spiegelbild der Vorbereitungsphase, welche seit 14 Tagen laufe. "Ich habe heute einen Klassenunterschied gesehen, nur war der leider andersrum. Momentan sieht es so aus, dass wir am kommenden Samstag nach Grünow zum Nachholspiel müssen. Das passt mir gar nicht nach so einem Auftritt wie heute."
Wandlitz: Dominique Michael Adam – Daniel Langrock, Johannes Pietschke, Felix Fritzsche, Marcel Petrahn, Dennis Plaumann, Adrian Fischer, Nico Rücker, Paul Roller, Manuel Thomas, Pascal Böß (Christoph Spitze, Pascal Bettge, Kay Mieske, Thomas Böhm)
Schönow: Enrico Müller – Marcus Croonenbrock, Lukas Lang, Rik Roelofs, Sebastian Gausepohl, Hannes Krüger, Mark Thieme, Enrico Molkentin, Alexander Brösel, Oliver Höft, Paul Paasche (Steffen Philipp Hennig, Christian Ziebarth)