Es war ein Bild mit Symbolcharakter. Während FSV Bernaus Trainer Matthias Schönknecht nach dem Abpfiff mit leerem Blick alleine auf der Trainerbank saß und das Geschehene erst einmal verdauen musste, stand sein Kollege Daniel Runge, Trainer des Brandenburgliga-Aufsteigers SV Zehdenick, mit Kaltgetränk im Kreis seiner Spieler mit einem Lächeln im Gesicht.
Die Oberhaveler hatten da gerade den ersten Dreier der Saison eingefahren. In einem Spiel, das zwar keinen schönen Fußball, dafür aber jede Menge Emotionen zu bieten hatte.
Gastgeber Bernau musste gleich auf fünf Stammspieler verzichten, unter anderem fehlten die Routiniers Damir Coric (verletzt) und Philipp Pönisch (5. gelbe Karte). Das machte sich bemerkbar. Dem Bernauer Spiel fehlte die Linie, dazu kam eine katastrophal hohe Fehlpass-Quote.

FSV Bernaus Spieler sieht glatt Rot nach Attacke gegen den Keeper

Zehdenick, als Tabellenletzter mit dem Rücken zur Wand, spielte zwar auch keinen schönen Ball, aber einen erfolgreichen.  Als Bernaus Torwart Mokhmad-Emi Gazaliev, der Stammkeeper Glenn Böhme ersetzte, den Ball nicht richtig zu fassen bekam, war Benjamin Brandt zur Stelle und schob ein. Zur Freude des mitgereisten Fanclubs stand es 1:0 für die Gäste.
Mamadou Sylla erwies seiner Mannschaft anschließend einen Bärendienst. Er stieg zu hart ein im Zweikampf mit SV-Keeper David Rogowski, trifft ihn im Gesicht. Der Keeper ging zu Boden. Schiedsrichter Martin Hagemeister zog sofort Rot – der FSV nach knapp einer halben Stunde nur noch zu zehnt.
Mit Kampf und Krampf ging es auch in Hälfte zwei weiter. Der Zehdenicker Fanblock kam jetzt richtig in Fahrt, zündete Pyrotechnik – das Spiel musste kurz unterbrochen werden. Dann legten die Gäste nach. Nach einem langen Einwurf traf der eingewechselte Dustin Bergner zum 2:0-Gäste-Führung.

SV Zehdenick beginnt in der Schlussphase zu wackeln

Es kam noch dicker für den Gastgeber. Verteidiger Niklas-Joel May ging wiederholt zu hart in den Zweikampf und musste mit gelb-rot ebenfalls auf der Bank Platz nehmen. Zehn Minuten später war der Zehdenicker John Lormis Sieger gegen Bernaus Kepper Gazaliev und Verteidiger Tassilo Mahnke – 3:0 für die Gäste.
Die Bernauer gaben sich nicht auf, kamen durch den eingewechselten Danny Blume, der frischen Wind in die Partie brachte, zum 3:1-Anschlusstreffer. Obwohl in doppelter Überzahl, begannen die Zehdenicker jetzt zu wackeln. „Da hatten einige Knete in den Beinen“, bringt es Coach Daniel Runge später auf den Punkt. Doch so sehr der FSV auch drückte, konnte er die Niederlage nicht verhindern.
Coach Matthias Schönknecht war richtig angefasst nach dem Spiel. „Wir sind zu neunt besser und verlieren gegen den Tabellenletzten“, sinniert er. „Aber wir können fünf Leute eben nicht einfach so ersetzen.“ Das Kernproblem des Spiels seiner Mannschaft hat er erkannt. „Wir  treffen jedes Mal die falsche Entscheidung. Und das ist fatal.“

„Erste drei Punkte werden nicht schön“

„Ich wusste, dass die ersten drei Punkte, die wir holen werden, nicht schön sein werden“, gab Daniel Runge zu, der vor allem Schiedsrichter Hagemeister scharf kritisieren. „Er war überfordert, konnte das Spiel in leider keinster Weise beruhigen.“ Für seine Mannschaft sei es aber wichtig, dass man nun mit einem positiven Gefühl in die Pause gehen könne.

Bernau: Gazaliev - Madjouka (46. Bergmann), May, Wannke,  Mahnke - Sylla, Noukimou (84. Schmid), Savkovic, Petermann (63. König) - Lange (72. Blume), dos Reis

Zehdenick: Rogowski - Nowak (80. Gentz), Bruse, Döpfert (80. Rothemund), Wegener - Stephan (65. Lucas Karbe), Brandt (65. Nebert), Elbe, Cakir, Lormis - Bremer (46. Bergner)

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