7:0 gewinnt man auch nicht alle Tage im Herren-Fußball. Landesligist Grün-Weiss Ahrensfelde hat dieses Kunststück aber fertig gebracht. Die Randberliner empfingen im Heimspiel das Tabellen-Schlusslicht SV Babelsberg 03 II und untermauerten mit dem Sieg ihren Anspruch auf einen Platz unter den Top drei der Liga.
Es sei ein wenig Frust-Schießen gewesen, erklärt GW-Trainer Sven Orbanke. Denn im letzten Spiel der Meisterschaft unterlagen die erfolgsverwöhnten Barnimer bei Rot-Weiß Neustadt mit 1:3. „Da haben wir nicht gut gespielt und auch verdient verloren“, gibt Orbanke zu. Aber in den folgten zwei Wochen hätte seine Elf sehr konzentriert gearbeitet. „Man hat dann schon gemerkt in der Woche, dass sie heiß sind und darauf brennen, die Niederlage wett zu machen.“
Das zahlte sich aus, denn gegen Babelsberg machten die Ahrensfelder das Spiel. Bis auf die ersten 30 Sekunden, in die Gäste fast das Führungstor erzielt hätten, bestimmten die Gastgeber Spiel und Gegner. Steven Knörnschild und Lucas Gurklys besorgten den 2:0-Pausenstand.
In Hälfte zwei hatten die Gäste dann nicht mehr wirklich etwas gegen zu setzen. „Da hat uns unsere gute Bank sehr geholfen und Babelsberg war einfach platt, hat nach dem 4:0 auch ein wenig resigniert“, weiß Sven Orbanke. Er und Trainer-Kollege Jürgen Beyer bewiesen einmal mehr, dass sie bei Auswechslungen ein glückliches Händchen haben, denn fast alle Tore der zweiten Halbzeit wurden von Spielern geschossen, die von der Bank kamen. Lamin Ceesay, Alexander Kaatz, Dominic Gesierich, der Babelsberger Jan Hoffmann (Eigentor) und Patrick Hamel sorgten für den 7:0-Endstand.
Das Ahrensfelder Lazarett hat sich inzwischen wieder ein wenig gelichtet. Verteidiger Alexander Kaatz ist wieder dabei. „Wir warten noch auf Robin Mannsfeld, Vladimir Pestov und Thomas Stoltz, dann sind wir wieder komplett“, freut sich Sven Orbanke.
Gute Voraussetzungen für das Achtelfinale im AOK-Landespokal am 10. Oktober. Da bekommen es die Barnimer mit dem Ludwigsfelder FC aus der Oberliga Süd zu tun. „Ein interessanter Gegner. Aber wir müssen natürlich schon einen Top-Tag erwischen, um da eventuell für eine Überraschung zu sorgen. Ansonsten ist Ludwigsfelde natürlich der absolute Favorit. Da müssen wir uns nichts vormachen. Die spielen zwei Klassen höher. Aber wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und gut gegen halten.“
Am Wochenende haben die Ahrensfelder spielfrei. Die Spieler dürfen zwei freie Tage genießen. Die Trainer dagegen sind im Dienst – als Beobachter der nächsten Gegner. „Ich gucke mir Waldsieversdorf gegen Glienicke an und Jürgen Beyer wird bei Birkenwerder gegen Schwedt zusehen, die wir als nächstes im Heimspiel empfangen“, kündigt Sven Orbanke an.