Ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage. Von einem klassischen Fehlstart in die Saison mag bei Grün-Weiss Ahrensfelde noch keiner sprechen. Fakt ist aber: Das hatte man sich anders vorgestellt beim ambitionierten Fußball-Landesligisten, der in diesem Jahr den Aufstieg im dritten Anlauf gerne packen würde. Die 3. Runde im Landespokal, die für die Ahrensfelder am Sonntag ansteht, könnte da eine willkommene Abwechslung sein, um wieder neues Selbstvertrauen zu tanken.
Die Ahrensfelder hatten die lange Corona-Pause gut genutzt. Gleich mehrere Spieler mit Erfahrungen in höheren Spielklassen wurden verpflichtet. Unter anderem Robin Mannsfeld. Der 25-Jährige kommt von der SPVG Blau-Weiss Berlin aus der Oberliga Nord. Er übernahm sofort die Position des Kapitäns, war eine gute Verstärkung für das Team des Trainer-Duos Sven Orbanke und Jürgen Beyer. Umso bitterer, dass Mannsfeld im letzten Spiel gegen Schwarz-Rot Neustadt nach zehn Minuten verletzt vom Platz musste. „Ich bin bei einer Grätsche mit dem Knie blöd im Rasen hängen geblieben und habe gleich gemerkt, dass es sehr schmerzhaft ist und für mich nicht weiter gehen kann“, berichtet er nach dem Abpfiff. Derzeit wartet der Berliner auf die Auswertung des MRT. „Es tut bei jedem Schritt weh, aber ist zum Glück nicht stark geschwollen. Von daher hoffe ich, dass es vielleicht nur eine Prellung ist.“
Warum man gegen die Neustädter, die man in der ersten Runde des AOK-Landespokals noch mit 3:1 besiegt hatte, diesmal eine Niederlage kassierte, dafür hat er eine Erklärung. „Ich glaube, Neustadt war von der Mentalität her stärker. Die waren gieriger, die Punkte zu holen.“ Ein Problem das, so weiß Mannsfeld, sich die Mannschaft eigentlich nicht leisten kann. „Aber wir sind eben auch die Gejagten. Das werden wir jetzt wahrscheinlich auch in jedem Spiel merken, dass der Gegner Feuer und Flamme ist, uns zu besiegen.“

Auch andere Favoriten haben es schwer

Dass es vermeintliche Favoriten schwer hätten, sehe man ja auch in anderen Ligen, findet Mannsfeld. „Wir können es nicht mehr ändern. Wir müssen das Spiel jetzt analysieren und weiter arbeiten.“
Die Mannschaft habe den nicht ganz optimalen Start aber gut weg gesteckt, findet er. „Ich hoffe, dass der ein oder andere Spieler jetzt eine Reaktion zeigen wird. Aber die Mannschaft ist ruhig, wir ziehen da alle an einem Strang. Da profitieren wir noch sehr von der guten Vorbereitung, in der wir viel zum Thema Teambildung gemacht haben. Die Testspiele haben ja auch gezeigt, dass wir es drauf haben. Daran müssen wir wieder anknüpfen und dann denke ich, dass es wieder in eine positive Richtung geht.“ Auch er als Kapitän sei jetzt gefordert, weiß der Berliner. „Viel kommunizieren ist immer wichtig, zuhören können.“
Woran sein Team noch arbeiten müsse, das weiß Robin Mannsfeld. „Es hat sich schon im letzten Spiel angebahnt, dass wir uns schwer tun mit Mannschaften, die tief stehen und mit elf Mann in der eigenen Hälfte sind. Wir brauchen bessere Lösungen, was das Offensivspiel angeht. Wir sollten geduldig und konzentriert bleiben und den Gegner mit verschiedenen Varianten knacken können. Da müssen wir noch ein bisschen kreativer werden und Ideen entwickeln, wie man gegen solche Teams auch durchkommt.“ Und auf defensive Gegner, weiß Mannsfeld, müsse man sich auch in Zukunft einstellen.

„Unser Kader ist groß genug“

Auch Trainer Jürgen Beyer sieht die Niederlage gegen Neustadt vor allem der Mentalität geschuldet. „Die Neustädter waren heiß wie die Kartoffeln, waren galliger und griffiger.“ Ihn sorgt vor allem die Verletzung von Robin Mannsfeld. „Neben ihm fallen ja auch Vladimir Pestov und Alexander Kaatz noch verletzt aus, das sind gleich drei aus unserer Fünferkette.“ Eine Entschuldigung sei das aber nicht. „Unser Kader ist groß genug und die wollen ja alle erste Mannschaft spielen.“
Auch Beyer will noch nicht von einem Fehlstart sprechen. „Es ist natürlich nicht der Beginn, den wir uns vorgestellt haben, aber ich glaube, wenn alle Verletzten wieder da sind, dann sieht das schon ganz anders aus. Das war jetzt ein ordentlicher Dämpfer, aber wir kriegen das wieder hin. Das Pokalspiel kommt uns da gerade recht.“
In der 3. Runde des Landespokals reisen die Ahrensfelde nach Südbrandenburg zum Kreisoberligisten SV Golßen. Auf den ersten Blick eine machbare Aufgabe. Aber die Ahrensfelder sind gewarnt. „Unterschätzen werden wir den Gegner nicht“, verspricht Jürgen Beyer.