Ein Wahnsinns-Programm muss Landesklasse-Aufsteiger Einheit Zepernick derzeit bewältigen. Die Randberliner sind neben der Meisterschaft auch noch im Kreispokal vertreten und sicherten sich am Wochenende mit einem Sieg zugleich das Ticket für die nächste Runde im Landespokal. Britta Gallrein sprach über das herausfordernde Programm mit Trainer Lucio Geral.

Herr Geral, zunächst Glückwunsch zum Erreichen des Achtelfinales im Landespokal. Mit dem Kreisoberligisten SV Blau-Weiß Dahlewitz hatten sie einen unterklassigen Gegner. Wie lief es?

Wir haben in Dahlewitz relativ souverän aufgespielt. Aufgrund der Ultra-Fanszene dort und dem, wie sich Dahlewitz in den letzten Wochen verstärkt hat, war klar, dass wir dort bis zur letzten Minute um jedes Tor und jeden Zweikampf kämpfen müssen. Aber die Jungs waren gut eingestellt, auf den Punkt da, haben wenig Ballverluste produziert und waren vor dem Tor sehr effektiv. So dass das Ergebnis von 5:1 schnell relativ klar war. Zum Schluss kam noch einmal etwas Unruhe von draußen rein, aber unterm Strich war es ein verdienter Sieg.

Neuzugang Thiemo Kialka hat im Kreispokal-Spiel schon dreimal getroffen, in Dahlewitz zweimal – er scheint sich gut eingelebt zu haben.

Er bringt natürlich eine ganze Menge an Qualität und Erfahrung mit, dadurch, dass er schon höherklassig gespielt hat. Vor dem Tor ist er sehr kaltschnäuzig und er bringt sich charakterlich toll ein. Er ist ein ruhiger, introvertierter Typ und überzeugt mehr mit Leistung als mit großen Worten. Dieses Auftreten tut uns sehr gut und er ist ein toller Ersatz für Kevin Maek.

Jetzt ist Ihr Team in drei Wettbewerben vertreten. Vergangene Woche spielten Sie im Kreispokal schon am Mittwoch, am Samstag dann Landespokal, dazu kommt noch Training. Das ist für einen Nicht-Profi schon eine ganz schöne Belastung. Wie kommen die Spieler damit klar?

Ja, das merkt man schon. Am Donnerstag im Training war der ein oder andere in der Behandlung beim Physio. Und nach dem Spiel am Sonnabend habe ich Feedback bekommen von einigen, dass sie ausgelaugt sind und die Beine schwer werden. Da müssen wir auch gezielt drauf achten. Marinko Becke hat sich verletzt, hat vermutlich einen Muskelfaserriss. Das sind dann schon Folgen der Mehrfachbelastung. Aber von der Spieleranzahl her kriegen wir es dann schon so hin, dass wir elf schlagkräftige Jungs aufs Feld bringen können.

Bedient ihr euch dann auch aus der Zweiten?

Das könnten wir theoretisch. Ich habe im Sommer zwei Jungs in die Zweite abgegeben, die man wieder aktivieren könnte, aber wir haben noch genug Spieler an Bord aus der Ersten, die einsatzfähig sind. Und mit unserer Physiotherapeutin und einer Physio-Praxis an unserer Seite sind die Jungs medizinisch sehr gut betreut.

Wie sehen Sie Ihre Chancen in allen Wettbewerben?

Im Kreispokal ist unsere Devise ganz klar: Wir wollen unseren Titel verteidigen. Den Anspruch sollten wir mit dem Kader und den Möglichkeiten, die wir in Zepernick haben, schon anvisieren. In der Meisterschaft wollen wir uns so gut es geht oben festspielen. Im Landespokal wäre es toll, wenn wir da nochmal Losglück haben, aber ich denke, bei den Mannschaften, die jetzt noch drin sind, werden wir immer der Underdog sein und müssen dann sehen, wie gut wir mit dem Gegner zurecht kommen.

Energie Cottbus wäre für die meisten ein Traumlos. Für Sie auch?

Ja eigentlich schon, aber wenn es geht, ein bisschen später bitte..

Also Cottbus im Finale?

Ja genau, und dann sehen wir uns im DFB-Pokal wieder (lacht).