Schiedsrichter Henryk Maron hatte die Partie gerade angepfiffen, da musste er schon das erste Mal den gelben Karton zücken. Kremmens Kampfmaschine Ronny Hecht räumte völlig übermotiviert Tim Ruttke kurz vor der Zepernicker Bank ab und hatte im Anschluss Glück, dass der Referee nur zwei Minuten später, wegen fast dem gleichen Vergehen nicht die Ampelkarte an den Mann brachte.
Die Abwehrmauer steht
Kremmen stand sehr massiv in der Defensive und wartete geduldig auf Fehler der Barnimer, um wenigstens zu Kontermöglichkeiten zu kommen. Diesen Gefallen tat ihnen aber die Heimelf nicht, denn die agierten genauso geduldig, vor allem mit Sicherheitsfußball und Wertlegung auf Ballbesitz. Letzteren gab es in großen Maße mit einem gut aufgelegten Alexander Knappe, der vor allem durch Anspiele in die Tiefe auffiel und so gerade das schnelle Spiel in die Spitze forcierte. Niklas Liebenthal war der erste Verwerter dieser Anspiele, doch sein Schuss verfehlte den Kasten um ein paar Meter (15.). So gab es in der Folge für Zepernick einige gute Möglichkeiten, bei denen sich Philipp Opitz (18., 27., 45.) und Atze Renner (21.) erfolglos versuchten. Kremmen hingegen brauchte bis zur 29. Minute, um erstmals erwähnenswert durch Ronny Hecht zum Torschuss zu kommen. Doch auch der landete nur abgefälscht im Toraus. Für die Gäste bedeutete dieses Ereignis aber scheinbar einen leisen Startschuss, um sich etwas mutiger in der Offensive zu zeigen. Doch mehr als ein Strohfeuer wurde es nicht. Die Partie schob sich Richtung Halbzeitpause immer mehr in die Langweiligkeit, weil nun auch Zepernick auf die Bremse trat und durch viel zu viel Querspiel die Geschwindigkeit aus dem Spiel nahm. Zunehmend gab es Einzelaktionen ohne Wirkung, bis auf die Situation, welche zum 1:0 durch Philip Opitz führte. Der stand nämlich völlig frei, wurde kurz angespielt und konnte locker per Flachschuss vollenden (39.).
Im zweiten Durchgang baute die Begegnung noch mehr ab. Und dies hatte auch mit Alexander Knappe zu tun, der sich schon die ein oder andere Auszeit gönnte und der Einheit-Offensive dadurch auch die Ideen abhandengekommen waren. Möglichkeiten der Ergebniserhöhung waren auf jeden Fall vorhanden, wurden aber sträflich liegen gelassen.
Den Sack zugemacht
Knappe war es dann, der das 2:0 erzielte und damit den Sack endgültig zumachte. Er wurde sehenswert auf die Reise geschickt und gewann das Eins-gegen-Eins-Duell mit FC-Keeper Mike Roger (79.). Von Gästeseite war nur noch wenig zu sehen. Einzig Marc Kaiser, deren Ex-Stürmer, der wegen einer Knieverletzung seine Töppen endgültig an den Nagel gehangen hat und als Co-Trainer auf die Bank gewechselt ist, feuerte seine Jungs fast pausenlos an. Dies nützte aber nichts mehr, denn Einheit machte den dritten Treffer - Torschütze Patrick Kain in der Nachspielzeit (90.+1). Der eingewechselte Kevin Capolei hatte danach noch zwei "Riesen", zeigte am Ende aber Gastgeberqualitäten, indem er die sehr guten Chancen liegen ließ.
"In ersten Durchgang waren wir zufrieden. Danach hat uns so ein wenig der Druck gefehlt." sagte Optiz und fügte noch hinzu. "Da hatten die Jungs wohl den Hintergedanken – bloß keinen Gegentreffer kassieren. So richtig wussten wir aber auch noch nicht, wo wir stehen." Der Kremmener Trainer Thomas Heyer zeigte sich trotz der Niederlage auch zufrieden. "Wir hatten eine etwas holprige Vorbereitung, da war ich heute schon etwas überrascht, wie gut wir gegengehalten haben. Die Niederlage ist mir aber um ein Tor zu hoch ausgefallen. Zepernicks Sieg geht aber absolut in Ordnung."

Statistik

Zepernick: Steve Jarling – Eric Schneider, Philip Opitz, Atze Renner (56. Kevin Capolei), Max Gronski, Lesley Park (62. Karsten Zootzky), Tim Ruttke, Stefan Schulz, Patrick Kain, Alexander Knappe (83. Marius Honeck), Niklas LiebenthalKremmen: Mike Koger – Marc Kilian (73. Ric Nils Paulig), Nich Neumeier, Felix Kirstein, Toni Melchert, Florian Stührk (79. Lucas Wünsch), Daniel Neumann, Dawid Karol Wojciak, Philipp Pfaff, Lucas Penther, Ronny Hecht (83. Henning Heyer)Schiedsrichter: Henryk Maron (Schorfheide)