"In den Schlüsselszenen machen wir vorne nicht die Tore und kassieren hinten billige Treffer", bringt Trainer Gerd Pröger auf den Punkt, woran es seiner Meinung nach gerade hapert.
Auch Präsident Rolf Weinhold war bei der Niederlage in Lübben am vergangenen Sonnabend vor Ort. "Das Durchschnittsalter unserer Verteidiger war etwa 19 Jahre. Wir haben da zwar eine Top-Qualität, aber es fehlt jemand, der hinten den Laden zusammenhält – ein Führungsspieler, der sagt, wo es lang geht", so seine Analyse.
Es gab aber auch kritische Stimmen innerhalb der Mannschaft über Trainer Pröger. Davon will Präsident Rolf Weinhold aber nichts hören. "Ich habe Gerd Pröger vor zwei Jahren geholt und ich stehe voll und ganz hinter ihm", betont Weinhold. Er vermutet andere Ursachen für Unmut bei manchen Spielern. "Wir sind momentan vom Kader her sehr gut aufgestellt, haben 23 Spieler für die erste und 17 für unsere zweite Mannschaft. Da ist nun natürlich ein gewisser Konkurrenzkampf entbrannt", weiß der Union-Präsident. "Es gibt vielleicht Spieler, die es gewohnt waren, nicht zum Training zu kommen und trotzdem zu spielen. Das ist jetzt nicht mehr so. Lieblingsspieler gibt es nicht."
Auch Team-Manager Jan Hübner kann Kritik am Trainer nicht nachvollziehen. "So ein gutes Training wie das von Gerd Pröger habe ich vorher noch nicht gesehen. Ganz abwechslungsreich, viele Übungen mit Ball, dazu Techniktraining – das ist schon wirklich gut, wie er das macht. Ich denke, es sollte sich jeder Spieler an die eigene Nase fassen, wenn er nicht spielt." Die derzeitige Talfahrt der Union habe nichts mit dem Trainer zu tun.
Unvermögen vor dem Tor
Eine Erkenntnis, die auch Kapitän Morten Jechow teilt. "Es hapert derzeit vor allem an unserem Unvermögen vor dem Tor. Bei der hohen Niederlage in Eberswalde war ich nicht dabei, aber in den anderen Partien haben wir nicht schlecht gespielt, haben zum Teil auch unglücklich verloren. Das kann man nicht dem Trainer anlasten. Ich glaube, dass wir mit Gerd Pröger noch weit kommen werden", ist Jechow überzeugt.
Auch Gerd Pröger selber hofft, dass nun der Fokus wieder vermehrt auf den Sport gelegt wird. "Ich habe das schon mitbekommen, dass es da eine Fraktion unter den Spielern gibt, die rumstänkert. Das sollten wir in den Griff bekommen. Die Siegermentalität, die brauchen wir wieder zurück. Dann geht es auch wieder bergauf."

Noch ein Derby bis Jahresende


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