Im neuen Modus "Jeder gegen Jeden" wurde das 28. Turnier um den Pokal des Bürgermeisters in der Westend Sporthalle in Eberswalde ausgetragen. 410 zahlende Zuschauer sahen packende Partien und am Ende mit dem FSV Bernau einen berechtigten Sieger.
"Der FSV Bernau hat einfach den besten Fußball gezeigt. Sie haben verdient gewonnen", brachte es Ahrensfeldes Trainer Bernd Schönfelder auf den Punkt. Eine Meinung, der sich viele seiner Trainerkollegen anschlossen. Die Bernauer zeigten Fußball zum Zunge schnalzen. Bis zu den Haarspitzen motiviert und mit schön anzusehendem und sehr effektivem Kombinationsfußball spielten sie die meisten ihrer Gegner geradezu schwindelig. Lediglich die Ahrensfelder konnten da mithalten, trotzten dem ansonsten immer siegreichen FSV ein 2:2 ab - eine der spannendsten Partien des Turniers. Denn beide Teams hatten sich von Anfang an als Favoriten heraus kristallisiert. Im 14. von 21 Spielen kam es dann zur direkten Begegnung der beiden und es war klar: Wer hier gewinnt, der ist durch. Nachdem Ümit Ejder und Damir Coric die Bernauer in Führung gebracht hatten, konnte Grün-Weiss das Spiel aber noch drehen und erzielte durch Tore von Marc-Nelson Grzyb und Vladimir Pestov den 2:2-Ausgleich.
"Gerade nach dem Top-Spiel gegen Bernau haben wir uns als Team auf Augenhöhe gesehen, aber am Ende haben wir nicht mehr so glücklich agiert. Wir haben es uns selber vermasselt und quasi durch Eigentore verloren", so Bernd Schönfelder. Denn sowohl gegen Preussen Eberswalde als auch gegen Klosterfelde unterlag sein Team knapp.
Brandenburgligist Union Klosterfelde war noch die größte Überraschung des Turniers. Trotz Rumpf-Truppe belegte Union am Ende Platz zwei - dabei hatte die Blauen von der Mühlenstraße keiner so richtig auf dem Schirm. "Wir hatten zwei jungen Spieler dabei, die erst noch ihren Freischwimmer machen müssen", so Trainer Jan Hübner. "Aber dafür, dass wir nicht mit unserer ersten Garde hier waren, haben die Jungs das gut gemacht." Vor allem das Spiel gegen Preussen Eberswalde war eines der Highlights des Turniers. Neun Tore in zehn Minuten - das bekommt man als Zuschauer ja auch nicht so oft geboten. Die meisten fielen für Klosterfelde, am Ende gewann das Team 6:3 gegen Preussen.
Deren Auftritt war dagegen sicher nicht so, wie Trainer Obrad Marjanovic sich das vorgestellt hatte. Am Ende blieb Platz vier hinter Ahrensfelde. "Wir hatten Anlaufschwierigkeiten. Gerade die 3:6-Niederlage gegen Klosterfelde war unnötig. Wir waren hinten viel zu offen, haben nur versucht, das schnelle Tor zu machen und dann wird man natürlich ausgekontert", schildert Marjanovic die Schwachstellen seines Teams. "Aber das ist ein Lernprozess und die letzten Spiele liefen dann ja auch besser. Beim Arxes-Cup werden wir sicherlich anders auftreten", blickt er schon mal auf den kommenden Freitag.
Kreisoberligist SpG Finow/Lichterfelde war für Einheit Bernau eingesprungen, die ihre Teilnahme abgesagt hatten. Erfahrungsgemäß hatte die Spielgemeinschaft, für die es auch in der Kreisoberliga noch nicht so richtig rund läuft, einen schweren Stand, machte dafür aber ihre Sache gut. Schon im ersten Spiel konnten die Preussen gegen die Finower nur mit Mühe 2:1 gewinnen. "Die Jungs haben Spaß, die spielen gerne in der Halle. Und wir haben ja nichts zu verlieren. Wenn wir Glück haben, werden wir nicht mal Letzter", frohlockte Trainer Mike Dittrich mit Blick auf die Konkurrenz. Und er sollte Recht behalten. Der FSV Schorfheide Joachimsthal musste sich am Ende mit dem letzten Platz begnügen. Trainer Sven von Pruschak nahm es gelassen. "Wir haben zur Zeit andere Probleme, stehen in der Liga weit unten, das hat natürlich Priorität." Abzusagen sei für ihn trotzdem keine Option gewesen. "Es ist doch schön, sich mit höherklassigen Mannschaften zu messen. Deshalb kommen wir trotzdem, im Gegensatz zu Wandlitz", sagt er mit Blick auf den Landesklasse-Vertreter, der kurzfristig abgesagt hatte.
Das letzte Spiel des Turniers hatten die Veranstalter vom Fußballkreis Oberhavel/Barnim mit Bedacht gewählt: Preussen Eberswalde gegen den FSV Bernau. Es sollte das Duell der Favoriten werden, doch Bernau stand zu dem Zeitpunkt schon als Sieger so gut wie fest und machte es dann auch kurz und trocken: 3:0 siegten die Gäste und freuten sich abschließend über den Bürgermeister-Pokal. "Sehr schön, den hat der Verein noch nie gewonnen", freute sich Trainer Christian Städing. Er hatte vor dem Turnier erklärt: "Nur der Sieg zählt." Den hatte sich der FSV redlich verdient. "Alle haben das toll gemacht und sehr gut harmoniert", so Städing. Das lässt hoffen auf die nächsten Turniere wie den Arxes-Cup und den Hussitencup. "Es geht immer noch besser", findet jedoch FSV-Stürmer Ümit Ejder. Da kann sich die Konkurrenz ja warm anziehen.