Die Bundesregierung hat in dieser Woche die umstrittene Gasumlage gekippt. Gleichzeitig wurden eine Gaspreisbremse und die Umsatzsteuersenkung für Gas beschlossen. Was bedeutet das für Kunden der Stadtwerke Bernau, denen entsprechende Preiserhöhungen bereits angekündigt wurden?
„Entgegen unserer schriftlichen Ankündigung berechnen wir die Gasbeschaffungsumlage dann selbstverständlich nicht“, erklärt Stadtwerke-Vertriebsleiterin Bettina Heidrich: „Die angekündigten neuen Preise sinken mit Wegfall der Umlage um 2,419 Cent pro Kilowattstunde (netto).“

Staat springt für Kunden ein

Mit der Gasbeschaffungsumlage wollte der Gesetzgeber den Gasmarkt stabilisieren. Sie sollte auf alle Verbraucher von Erdgas umgelegt werden und zur Rettung angeschlagener Importeure wie Uniper eingesetzt werden. Doch zwei Tage vor ihrem Inkrafttreten hat die Bundesregierung die Umlage zurückgezogen. Denn zwischenzeitlich hatte diese Umlage keine Grundlage mehr: Uniper wurde weitgehend verstaatlicht, andere Importeure erhalten Kapital aus öffentlichen Mitteln.

Zusätzlich will der Gesetzgeber die hohen Energiekosten für die Verbraucher abfedern. Dafür hat sich die Koalition nun auf ein 200 Milliarden Euro starkes Programm geeinigt. „Wir empfehlen unseren Kundinnen und Kunden, ihre Abschlagszahlungen dennoch nicht nach unten anzupassen“, sagt Bettina Heidrich. Denn an den exorbitant hohen Beschaffungspreisen ändere sich durch den Wegfall der Umlage nichts. Man könne nicht sagen, wie sich die Situation am Markt weiterentwickelt. „Es schadet nicht, einen Puffer für das Jahresende zu haben“, empfiehlt die Vertriebschefin. Auch sei noch nicht klar, wie die Gaspreisbremse konkret umgesetzt werden soll.
Angesichts der hohen Gaspreise hat die Bundesregierung die angekündigte temporäre Senkung der Umsatzsteuer zur Entlastung von Gaskunden beschlossen. Wirksam ist sie vom 1. Oktober 2022 bis zum 31. März 2024. „Die Stadtwerke geben diese Senkung an ihre Kunden weiter und berücksichtigen sie bei der Jahresrechnung.“ Bettina Heidrich weist auf die Relevanz des Energiesparens im privaten Bereich hin. Vor allem bei Wärme und Warmwasser liege viel Einsparpotenzial. „Die Situation ist nach wie vor kritisch, wir alle müssen solidarisch unseren Energieverbrauch herunterfahren.“
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