Der Schlagabtausch der Argumente verspricht Spannung: Während sich die durch Händler und Gewerbetreibende dominierte "Initiativgemeinschaft pro Barnimer Handelsstraße" von der Wiederinbetriebnahme der etwa viereinhalb Kilometer langen Ortsverbindung zwischen Finow und Biesenthal vor allem wirtschaftliche Vorteile erhofft, warnt die neue Bürgerinitiative insbesondere vor den negativen Folgen, die dieser Schritt für Anwohner und Umwelt haben könnte. Und fährt schwere Geschütze auf.
Als Sprecher der Widerständler geben sich die Neu-Eberswalderin Alexa Reimann und Thomas Gilles zu erkennen, der in der Region als unnachgiebiger Kritiker jeglicher Bemühungen bekannt ist, den Flugplatz Finow über seinen aktuellen Status hinaus weiter zu entwickeln. "Wir wollen der schweigenden Mehrheit Gehör verschaffen", sagt Thomas Gilles nach etlichen Gesprächen mit Anwohnern. Und seine Mitstreiterin kündigt für August, nach dem Ende der Sommerferien, eine Informationsveranstaltung an. "Ort und Zeit werden rechtzeitig veröffentlicht", teilt sie mit.
Die neue Bürgerinitiative setzt sich dafür ein, dass das Landschaftsschutzgebiet für Menschen und Natur erhalten bleibt. Die dort gewachsenen Lebensräume für Vögel, Amphibien und Säugetiere müssten geschützt und dürften nicht gefährdet werden. "Eine Zerschneidung dieses Gebietes durch eine Straße ist nicht erforderlich. Es gibt keinen nennenswerten verkehrlichen Bedarf", heißt es in einer Positionsbestimmung. Und weiter: "Wir wollen eine Nutzung der Straße für Radfahrer, Inliner und Wanderer - keine Parallelstraße zur Autobahn A 11, zu B 2 und L 200. Das entspricht auch den Zielen der Raumordnung und des Umweltschutzes im Land Brandenburg. Es gibt kein öffentliches Interesse, weder sozialer noch wirtschaftlicher Art, das einen Ausbau notwendig macht."
Eine noch höhere Verkehrs- und Lärmbelästigung der Anwohner müsse vermieden werden. Ihre Rechte würden bei einem Ausbau "maßgeblich beeinträchtigt". Für Alexa Reimann, Thomas Gilles und ihre Mitstreiter ist wichtig, dass der Eberswalder Verkehrsentwicklungsplan von 2008 weiter beachtet werden sollte. Der sage klar aus, dass Kosten und Nutzen eines Ausbaus in keinem Verhältnis stünden.
Im Eberswalder Rathaus werden bis zum Herbst vier Varianten auf ihre Machbarkeit geprüft: die Straße zu entwidmen, sie als Ortsverbindung, Fahrradstraße oder reinen Radweg auszubauen.
Die Eberswalder Politik ist zerstritten: SPD und CDU haben sich zu einem Ausbau der Telekomstraße als kurze Ortsverbindung bekannt, Bündnis 90/Die Grünen halten eine Inliner- und Radstrecke für besser.
Kontakt zur neuen Bürgerinitiative gegen den Ausbau der Telekomstraße: Alexa Reimann, Telefon 03334 8202448, E-Mail crealexa@yahoo.de