Der Kreislauf des Geldes in Unternehmen und in der Wirtschaft, Bargeldverkehr, Kreditwesen und die Rolle von Banken - Europäische Zentralbank und Landesbanken inklusive - diese und andere Themen werden in Bernau bald Unterrichtsstoff sein. Mitte April geht es mit der "Geldschule" am Paulus-Praetorius-Gymnasium los.
Ingolf Hansch, Direktor des Bernauer Vorzeige-Gymnasiums, war begeistert von der Idee, seinen Schülern betriebs- und volkswirtschaftliche Kenntnisse zu vermitteln. Er sagte sofort zu, als ihm Torsten Rexin vom Barnimer Mittelstandhaus den Vorschlag machte, das Pilotprojekt am PPG zu starten.
Mit im Boot sitzt die Wirtschaftsfakultät an der Humboldt-Universität zu Berlin. Deren Studierende sind es nämlich, die den Unterricht in Bernau geben werden. Jeweils freitags vermitteln sie den Schülern der Jahrgangsstufe 11 den Lehrstoff rund um Geld, Anlagen und Wirtschaftskreisläufe. Insgesamt den Hut auf für den fakultativen Unterricht hat die entsprechende Fachlehrerin.
"Wir wollen ein Netzwerk installieren mit dem Ziel, bei Jugendlichen Wirtschaftskompetenz auszubilden", erklärt Torsten Rexin das Anliegen des Unternehmerverbandes. Das Studenten von wirtschaftlichen Fakultäten die Kurse übernehmen, hat aus seiner Sicht mehrere Vorteile. "Zum einen geraten wir Vertreter der Wirtschaft nicht in Verdacht, Werbung für unsere Unternehmen machen zu wollen", erklärt der Finanzkaufmann. "Zum anderen gelingt auf diese Weise eine Vernetzung von Schule mit Wissenschaft und Forschung", ist er überzeugt. Und nicht zuletzt könnten die Studenten ihre Kenntnisse aus dem Studium und ihre pädagogischen Fähigkeiten erproben.
Auch aus diesen Gründen betrachten Rexin und seine Mitstreiter vom Barnimer Mittelstandshaus den Einstieg in die "Geldschule" am Paulus-Praetorius-Gymnasium als Pilotprojekt, bei dem sie Erfahrungen sammeln will. "Eine ähnliche Veranstaltung auf fakultativer Basis können wir uns auch an der Tobias-Seiler-Oberschule vorstellen", sagt Rexin.