Langfristig soll sich am Schönfelder Weg in Bernau etwas tun  für die Anwohner, für  die Entwicklung als Schulstandort. Die dort ansässige Gebrüder Hoffmann GmbH beabsichtigt, ihren aufzugeben und auf andere Flächen östlich der Albertshofer Chaussee zu verlagern. Die Bernauer Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen, dafür einen Bebauungsplan erarbeiten zu lassen.
Zugleich soll für den Bereich des bisherigen Standorts am Schönfelder Weg – er hat eine Größe von rund 20 Hektar – ein Masterplan aufgestellt werden. Welche künftigen Nutzungen dieser städtebauliche Rahmenplan ermöglichen soll, wird Gegenstand künftiger Diskussionen sein. Vorhandene Unternehmen genießen Bestandsschutz, betont Bernaus Baudezernent Jürgen Jankowiak. Der Zeithorizont des Vorhabens wird mit zehn oder mehr Jahren angegeben.
Das Unternehmen der Gebrüder Hoffmann befasst sich mit Bauschutt-, Boden- und Altholzlaufbereitung. Das für die Verlagerung vorgesehene Areal ist sechs Hektar größer als der derzeitige Standort. Dieser Bereich wird schon heute teilweise durch das Unternehmen genutzt, zum Beispiel durch eine Kiesgrube. Es gibt aber auch Brach-, Landwirtschafts- und Waldflächen. Bestandteil des Bebauungsplanes wird eine Umweltprüfung sein, in der „die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen“, wie es im Beschlusstext heißt, ermittelt und bewertet werden sowie entsprechende Kompensationsmaßnahmen festzulegen sind.

Masterplan für Bernau

Mit dem Masterplan soll die „Grundrichtung für die künftige Nutzung“ des aktuellen Firmenstandorts festgelegt werden, sagt Bürgermeister André Stahl (Linke). Von der Stadtverordnetenversammlung soll politisch klargestellt werden, welche Möglichkeiten angeboten werden sollen, ob es sich um eine Wohnnutzung, um ein Schulcampus oder wieder um eine gewerbliche Nutzung handeln soll. Diese Diskussion sei ebenso zu führen wie bestehenden Unternehmen Alternativen und Perspektiven anzubieten seien.
Die Aufstellung eines Masterplans für den Schönfelder Weg bedeute „gegebenenfalls auch über weiteren Wohnungsbau zu entscheiden, darüber müssen wir uns im Klaren sein“, mahnt Daniel Sauer (CDU) an. Die Verlagerung sei richtig, aber die Aufstellung der Rahmenplanung sei „kein Freibrief für Wohnungsbau“, hält Detlef Maleuda (Bündnis für Bernau/FDP) fest. Er kann sich am jetzigen Standort viel eher die Festlegung einer Gemeinbedarfsfläche, sprich die Entwicklung eines Schulcampus, vorstellen.

Weniger Lärm und Verkehr

Die „ausdrückliche Zustimmung“ zu dem gesamten Vorgehen bekräftigte Hildegard Bossmann (Linke). Kritischer sehen die Bündnisgrünen mit Jonathan Etzold die Verlagerung des Unternehmens. Zwar werde der Schönfelder Weg von der Verringerung des Verkehrs und Lärms profitieren. Gleichzeitig würde jedoch am neuen Standort landwirtschaftliche Fläche verloren gehen.
Die Zustimmung der Stadtverordneten zur Aufstellung des Bebauungsplanes und eines Masterplans erfolgte ohne Gegenstimme. Letzterer soll auch die umliegende Nutzung des jetzigen Firmenstandorts berücksichtigen. Während die Hoffmann-Gruppe die Kosten für den Bebauungsplan trägt, wird die Stadt für den Masterplan aufkommen.