Dazu zählt sein "Carillon de Westminster", in dem der weltbekannte, aus vier Tönen gespeiste Gong als Geläut auf die Orgel übertragen wird und in sieben Spielminuten zum monumentalen Klangerlebnis anschwillt. Auch Leon Boellmanns "Suite Gothique" gehört zu den oft und gern gespielten Werken der Genres, die Erik Hoeppe am vergangenen Sonntag in der St.Marienkirche Bernau mit sensiblem Klanggespür und virtuosem Zugriff darbot.
Aber den studierten Verkehrsingenieur, der der Liebe wegen in Berlin blieb und hinterher gleich noch Orgel studierte, zieht es immer wieder zu fantasievollen und unkonventionellen Orgelbearbeitungen anderer Kompositionen. So pendelte er in seinem Programm behände zwischen den Genres und Stilen: Adaptionen von Schumanns Träumerei und Jacob Gades bekannter Tango "Jalousie", Tschaikowskys "Chanson Triste" und Henry Mancinis "Moon River", der Badinerie aus Bachs h-moll-Suite in einer jazzigen Adaption der Würzburger Organistin Lieselotte Kunkel, wie Hoeppe Jahrgang 1975. Von Meister Bach selbst spielte er den Choral BWV 610 "Jesu meine Freude".
Freuen darf man sich an alledem natürlich auch. Das taten die Zuhörer in der St. Marienkirche, und ein Gutteil von ihnen nahm die Einladung des Organisten an, um sich im Anschluss über Manuale, Pedale und Notation aufklären zu lassen. Unkonventionell wie sein Programm präsentierte er die Skisocken und T-Shirt als bequeme Spielkleidung und wer wollte, konnte sich im Registrieren probieren.
Am 21. Juli wird Vincenzo Allevato (Italien) in St. Marien erwartet, der bereits 2011 hier erfolgreich gastierte.
Unkonventionell: Organist Erik Hoeppe erklärt Besuchern Instrument und Spielweise.Foto: Renate Parschau
Kompositionen von Louis Vierne begeistern Besucher der Bernauer Kirche St. Marien