Peters gehört zu den Landwirten, die aus Überzeugung handeln. "Unsere Tiere bekommen keine Medikamente, dafür stehen wir mit unserem Namen ein", erklärt der 63-Jährige wie in der Werbung und ähnlich stolz. Vor Aufträgen kann er sich in diesem Jahr nicht retten, fast pausenlos klingelt das Telefon. "Heiligabend haben wir vormittags drei Stunden offen", antwortet Peters einem Anrufer, der am 24. Dezember seine Gans abholen will.
Seit August gingen bei Peters die Bestellungen für die Dithmarscher Gänse ein. Wer noch nichts geordert hat, könnte in diesem Jahr schlimmstenfalls leer ausgehen. "Die Tiere sind zum größten Teil vorbestellt, so viele freie Gänse haben wir gar nicht mehr", stellt Peters klar. Seine Freilandgänse gehören zur "schweren Linie" und bringen am Ende ihrer Tage bis zu zehn Kilogramm Lebensgewicht auf die Waage. Bei den Kunden, viele kommen selbst aus Berlin direkt zum Hof, sind auch die ganz schweren Brocken beliebt. "Das Gros der Gänse wiegt ausgenommen zwischen fünf und sechs Kilogramm, die gehen in der Mehrzahl über den Ladentisch. Aber wir haben auch Kunden, die wollen echt die zweistelligen Brocken", berichtet der promovierte Landwirt.
Seit Donnerstag beherrscht das große Abschiednehmen das Treiben auf dem Hof. "Wir haben heute den ersten großen Schlachttag, das geht jetzt bis zum Fest so weiter", bestätigt Peters, während die Helfer eine Gans nach der anderen in Transportbehälter stecken und quasi zur Schlachtbank führen. Seit April leben die Tiere auf dem Hof, die meisten kamen als eintägige Gössel und entwickelten sich anfangs drei bis vier Wochen im Stall und anschließend unter freiem Himmel dank der Fütterung mit Weizen und Hafer zu prächtigen Tieren.
Taucht ein Fremder auf, laufen die Tiere aufgeregt hin und her, anschließend siegt die Neugierde. "Gänse sind sehr intelligent und anhänglicher als ein Hund", weiß Peters, der vorsorglich kein persönliches Verhältnis zu den Tieren aufbaut. "Wir wollte ich die Gans töten, wenn ich ihr zuvor in die blauen Augen gesehen habe", fragt er völlig zu recht.
Jeder seiner Kunden bekommt übrigens einen Rezeptvorschlag mit. "Gänsebraten à la Bauer Peters verspricht eine zarte Gans und das Höchstmaß an Geschmack", behauptet der Erfinder, der insbesondere bei jüngeren Kunden "eine gewisse Scheu vor dem Gänsebraten" beobachtet haben will. "Deswegen habe ich dieses Rezept erarbeitet. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als dass die Familie am Mittagstisch sitzt und der Braten nicht schmeckt. Dann ist Weihnachten gelaufen."
Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Preise kaum erhöht. 13 Euro pro Kilogramm ruft Peters auf, nach seiner Darstellung die untere Preisspanne. "Mit der Tiefkühlgans aus dem Discounter sind unsere Tiere aber auch nicht zu vergleichen. Unsere Gänse leben mindestens sechs Monate und bekommen Getreide, die Tiere aus dem Discounter wurden mit Mastfutter gerademal zwölf bis 16 Wochen alt", erläutert Peters einen Unterschied.
Bauer Peters betreibt seinen Hof im Werneuchener Ortsteil Löhme in der Dorfstraße 24. Telefonisch ist er unter 033398 69868 oder 0151 11660023 erreichbar.