Noch sagen sich unweit von Langem Trödel und Oder-Havel-Kanal Hase und Igel Gute Nacht. Allerdings hat die Helma bereits Signale der Zukunft als Feriendorf gesetzt. Die kommen in Form zweier Häuser daher, die als Musterimmobilie für Kaufinteressenten fungieren und veranschaulichen sollen, wie idyllisch das Landleben gut 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt sein könnte. 200 Parzellen halten die Planer der Helma für interessierte Käufer bereits. Diese müssten nicht einmal übermäßig gut betucht sein, wie Helma-Geschäftsführer Per Arnholm darstellt. "Wir sind seit dem Frühjahr in der Vermarktung, das Interesse ist gut. Wir bieten beispielsweise ein eigenes Sommerhaus auf 400 Quadratmetern Eigentumsland für unter 100 000 Euro an", zitiert Arnholm aus dem Produktkatalog. Für diesen Preis finden die Käufer 51 Quadratmeter Wohnfläche im Haus vor, das dann aber noch nicht für den Winterbetrieb gerüstet ist. "Es ist normal isoliert, hat auch Warmwasser, aber keine Heizung", stellt Arnholm klar.
Zum Kundenkreis der Helma gehört der typische Berliner, der am Wochenende Erholung im Grünen sucht und dafür nicht bis zu Ostsee fahren möchte. Und auch als Anlageobjekte seien die Ferienhäuser nutzbar, einen Partner zur Vermietung bietet die Helma ebenfalls an. "Derzeit haben wir Beurkundungen und 40 Reservierungen für unsere Ferienhäuser", nennt Geschäftsführer Arnholm erste Zahlen. Sorgen um die Auslastung der Feriendorfanlage macht er sich nicht, wie er sagt. "Der Standort erscheint uns ziemlich attraktiv, denn in der Nähe von Berlin bieten wir hier ein Naturerlebnis im Grünen mit Zugang zu einem der größten einheimischen Wassersportreviere." Ohne die Öffnung des Langen Trödels und der damit geschaffenen Verbindung zum Oder-Havel-Kanal hätte es das Projekt Feriendorf Zerpenschleuse vielleicht nie gegeben.
Mehr als nur ein Mosaikstein für das Projekt ist das Hafenbecken, das immerhin 70 mal einhundert Meter messen und teilweise von Spundwänden und Böschungen eingefasst wird. 1,20 Meter Tiefe soll das Hafenbecken bekommen. Schwimmstege dienen den Wassersportfreunden als Ankerplatz für ihre Boote. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass sämtliche Träger öffentlicher Belange in Potsdam zur Antragskonferenz für das Vorhaben zusammenkamen. Arnholm hofft auf kurze Verwaltungsabläufe. "Der Hafen befindet sich im geltenden Bebauungsplan. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung wird es hoffentlich nicht mehr geben müssen."
Wie der Wandlitzer Bauamtsleiter Lars Gesch zum Hafenbecken in Erinnerung ruft, gab es bereits eine Baugenehmigung dafür. "Die Genehmigung ist verfristet, da der damalige Vorhabensträger nicht begonnen hatte. Insofern wurden aber viel Prüfungen schon einmal vorgenommen."