Bereits in ihrer Juli-Sitzung hatten die Stadtverordneten von Werneuchen den Kostenrahmen für den Grundschul-Neubau festgelegt: Das Projekt durfte nicht teurer als 17,3 Millionen Euro werden. Das Architekturbüro Numrich Albrecht Klumpp hatte jedoch einen Entwurf für die vierzügige Bildungseinrichtung für 22,5 Millionen Euro vorgelegt. Das Vorhaben musste folglich abgespeckt werden. In Zusammenarbeit mit der Schul- und Hortleitung wurde in den vergangenen Wochen das Raumprogramm reduziert, die Architekten präsentierten eine neue Lösung. Am Donnerstagabend stand nun die Bestätigung auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Monolithisch bauen

Zu Beginn der Diskussion skizzierte Alexander Horn (Linke) kurz den langen Weg des Projektes. Der Startschuss sei bereits im Jahr 2016 gefallen, später debattierte man über den Bildungsstandort Werneuchen und darüber, ob es einen An- oder Neubau geben sollte. „Ich werde dem Beschluss nicht zustimmen“, so Horn. Er begründete dies damit, dass das Gebäude bereits in zehn Jahren ausgelastet sei. „Dann müssen wir wieder über Provisorien sprechen“. An der Bildung dürfe nicht gespart werden, so der Stadtverordnete.

Festpreisgarantie bei Modulen

Sebastian Gellert (SPD/WIW) störte sich vor allem an einen Halbsatz im vorgelegten Beschluss. Danach sollte die neue Grundrisslösung für den Schulneubau beschlossen werden. „soweit das Schulgebäude in konventioneller Bauweise (monolithisch) errichtet werden soll“. Dies impliziere, dass noch über das Raumprogramm diskutiert werden könnte, fand Gellert. Es sei die Intension gewesen, im Vergabeverfahren auch eine Modularbauweise zu berücksichtigen , antwortete Silke Hupfer vom Bauamt. Und Bürgermeister Frank Kulicke ergänzte: „In dem Halbsatz wollten wir den Antrag der CDU einfließen lassen“. Die Fraktion hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, auch eine Modulbauweise für den Neubau zu prüfen. Dies wurde damit begründet, dass dabei eine Festpreisgarantie bis zum Ende der Bauzeit möglich ist und es dadurch eine Investitionssicherheit gibt. Darüber hinaus sei die Bauzeit kürzer und man könne mit weniger Baulärm rechnen, heiß es.

Zweite Bildungseinrichtung nötig

„Für einen eindeutigen Beschluss“ warb Thomas Gill (SPD/WIW). Man habe es sich nicht leicht gemacht und lange gebraucht, den entsprechenden Bedarf zu ermitteln, so der Stadtverordnete. Es sei gut, nun eine Schule zu bauen, die mindestens zehn Jahre funktioniert. Möglicherweise benötige man dann eine zweite Bildungseinrichtung, so Gill. Schließlich einigte man sich darauf, den Halbsatz aus dem Beschlussvorschlag zu streichen. Für das Raumprogramm votierten zehn Stadtverordnete, es gab sechs Enthaltungen.
Eine Kostenhochrechnung hatte für die Variante 1 (Klinkerfassade) eine Gesamtsumme von 16,86 Millionen Euro ergeben. Die Baukonstruktion schlägt dabei mit 9,2 Millionen Euro zu Buche. Für die Variante mit einer reduzierten Fassade wurden Kosten in Höhe von 16,2 Millionen Euro errechnet.