Sechs Jahre ist es her, als in Bernau die Idee geboren wurde, das historische Tor, das um 1885 abgerissen wurde, wiederaufzubauen. Der "Verein zur Förderung des Wiederaufbaus des Mühlentores in Bernau bei Berlin" wurde gegründet. Seitdem sammelten an der Stadtgeschichte interessierte Bernauer und Barnimer fleißig Spenden. Um die Idee allerdings Wirklichkeit werden zu lassen, brauchte es mehr. So ging der Verein unter dem Motto "Tore, die verbinden" eine Partnerschaft mit der polnischen Tore-Stadt Stargard Szczecinski ein. Gemeinsam erhielten die beiden Kommunen Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Folgerichtig war gestern auch eine polnische Abordnung bei der Grundsteinlegung in Bernau dabei. In Stargard wird mit den EU-Geldern kein neues Tor gebaut, sondern das historische Walltor restauriert. Für Rafael Zajac, den stellvertretenden Präsidenten des Stadtparlaments, ist das kein Problem. "Egal, welches Tor wir renovieren - Hauptsache, wir machen etwas gemeinsam", freute er sich über die polnisch-deutsche Kooperation.
In Bernau werden indes weiter Spenden gesammelt. Von den 1000 Mühlentorsteinen sind noch etwa 600 zum Preis von 50 beziehungsweise 100 Euro zu haben. Gestern erhielt die CDU-Fraktion ihren Spendenbrief für den Stein mit der Nummer 310. Die Zahl steht für den 3. Oktober - den Tag der Wiedervereinigung.