Als vor einem Jahr die Linienführungen und Fahrzeiten der Busse im miteinander verwobenen Barnimer und Berliner Bereich umgestellt wurden, waren die Ziele klar. Der Landkreis Barnim, die Gemeinden Panketal und Ahrensfelde, die Barnimer Busgesellschaft (BBG) und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollten ein attraktives Angebot schaffen. Wünsche waren willkommen, das zur Verfügung stehende Budget sollte aus Sicht des Kreises aber nicht überschritten werden. Die beiden Gemeinden beteiligten sich mit einer Anschubfinanzierung.
Nach einem Jahr zeichnen sich die Ergebnisse der Umstellung ab. Die Entwicklung der Fahrgastzahlen ist positiv. Von Montag bis Freitag nutzen jetzt täglich im Schnitt 7416 Fahrgäste die Busse im berlinnahen Raum. Das sind rund 2000 Fahrgäste oder 38 Prozent mehr pro Tag.
Erreicht wurde dies dadurch, dass wenig genutzte Fahrten eingestellt wurden, beispielsweise die BVG-Linie 251 von Buchholz zur Zepernicker Straße. Dies bedeutete einen Verlust von 1100 Fahrgästen. Im Gegenzug hat der 20-Minutentakt der BBG-Linie 893 (S-Bahnhof Zepernick, S-Bahnhof Buch, Schwanebeck, Lindenberg, Berlin-Hohenschönhausen) und die Ausweitung des Angebots am Abend und an den Wochenenden dazu geführt, dass allein auf dieser Linie täglich 2169 Fahrgäste mehr unterwegs sind.
Die Crux dabei ist, dass durch die zusätzlichen Fahrgäste die erhofften Mehreinnahmen nicht eingetreten sind. Als Grund werden die Modalitäten der Einnahmeaufteilung im VBB-Tarif angegeben. Gemeindevertreter in Panketal appellieren daher an alle Fahrgäste, ihre Fahrkarten nicht in Berlin - wie es meist Praxis ist -, sondern in Brandenburg zu kaufen.
Unterm Strich führte das neue Konzept durch die Intensivierungen zu einer größere Verkehrleistung. Im gesamten Jahr fuhren die Busse zusätzlich mehr als 82000 Kilometer über das Grundangebot hinaus. Das entspricht rund 23 Prozent.
Nach ersten Erkenntnissen führt auch der 60-Minutentakt der BVG-Buslinie 259 zur Erschließung des Schwanebecker Ortsteils Neu-Buch zu einem Fahrgastzuwachs.
Als "im Prinzip bewährt" wird die Integration der Linie 390 (Blumberg, Eiche, Mehrow, Ahrensfelde, Lindenberg) in den Schulverkehr nach Blumberg eingestuft. Die Fahrgastzahlen sind täglich von 150 auf 227 gestiegen und damit um rund 50 Prozent. Als Manko auf dieser Linie werden jedoch die "erheblichen" Verspätungen wegen der Staus auf der Bundesstraße 158 gewertet.
Ebenfalls als Nachteil wird der Fortfall von umsteigefreien Verbindungen angesehen, und zwar zwischen Bernau sowie Ahrensfelde, Eiche und Mehrow.
Wie erwartet, gingen die Fahrgastzahlen auf der Linie 900 von 500 auf 323 täglich zurück, da diese Linie auf den Schulverkehr am Standort Schwanebeck ausgerichtet wurde. Gleichwohl hat sich diese Umstellung in der Sicht des Landkreises bewährt, "da der Schulstandort jetzt optimaler bedient werden kann".
Nur zu einem geringen Anstieg führte die Ausweitung des Angebots auf der Linie 867 (S-Bahnhof Zepernick/Musikerviertel). Außerdem wurden in Panketal die Wünsche geäußert, dass der Bereich um die Malzmühle in Zepernick wieder eine direkte Anbindung an Bernau erhält und die Haltestellen Holbeinstraße und Buchenallee in Zepernick wieder eine Anbindung an den S-Bahnhof Zepernick erhalten.
Der Landkreis schlägt neben der Optimierung einzelner Linien vor, die Verbindungen zwischen Bernau und Ahrensfelde, Eiche und Mehrow sowie die Anbindung der Zeperniucker Bereiche Malzmühle, Holbeinstraße, Buchenallee an die jeweiligen S-Bahnhöfe zu prüfen. Außerdem sei zu klären, ob sich Panketal und Ahrensfelde über zwei Jahre hinaus finanziell beteiligen. Gegenwärtig steuern sie jeweils 36700 Euro bei. Abschließende Zahlen werden am Ende des Projekts im August 2016 vorliegen, so dass die Gemeinden dann die weitere Verfahrensweise beschließen werden.