Im Oktober zogen Alexandra Deinat und Alexander Theiß mit ihrem Sohn Leander von München nach Bernau. Er steht im Dienst der Bundeswehr und wurde nach Berlin versetzt. Doch direkt in der Hauptstadt wollte die kleine Familie nicht wohnen. "Wir haben etwas im Grünen gesucht", erzählt Alexandra Deinat. Im Internet fanden sie die Ausschreibung einer Wohnung im Panke-Bogen und kamen nach Bernau, um sich die Stadt anzuschauen. "Es hat uns hier sofort sehr gut gefallen", erinnert sich Alexandra Deinat.
Seit fünf Wochen ist Bernau nun das Zuhause der jungen Eltern. Ihre Wahl haben sie nicht bereut. Was ihnen besonders gefällt: "Die Stadt ist sehr sauber und sehr grün", stellt Alexandra Deinat fest. "Wir sind sehr gut aufgenommen worden. Die Menschen hier sind alle so freundlich", sagt sie.
807505
Dritter Neu-Bernauer-Empfang
Gerade noch rechtzeitig erhielt die Familie am Mittwoch die Einladung der Stadt zum Neu-Bernauer-Empfang. Bürgermeister André Stahl (Linke) hatte vor drei Jahren die Idee seines Amtsvorgängers wieder aufleben lassen. Es ist das dritte Mal, dass er die Neu-Bürger im "Ofenhaus" empfängt, um ihnen die Stadt und deren Vorhaben vorzustellen. Erstmals Mit-Gastgeber des Treffens ist Péter Vida (BVB/Freie Wähler) in seiner Funktion als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung. Er versucht bei der Begrüßung, Berührungsängste zwischen den Neu-Bernauern auf der einen sowie Kommunalpolitikern und Mitarbeitern der Stadt auf der anderen Seite gar nicht erst aufkommen zu lassen. "Seien Sie sie selbst. Scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen. Verlangen Sie von uns nur das Beste", fordert er seine Zuhörer auf.
Stahl übernimmt die Rolle des "Stadtführers". Mit mehr als 40 000 Einwohnern ist Bernau mittlerweile achtgrößte Stadt Brandenburgs und nur noch wenige hundert Einwohner von der Kreisstadt Eberswalde entfernt. Seit 2015 seien 1250 Wohneinheiten in Bernau gebaut worden, darunter rund 100 Sozialwohnungen und 570 Einfamilienhäuser, listet er auf. "Doch der Zuzug muss von dieser Stadt auch verkraftet werden", sagt der Rathauschef. Alle begonnen Bauvorhaben würden zwar zu Ende gebracht. Dann aber beginne die Konsolidierungsphase. Es werde keine Wohngebiete auf der Grünen Wiese mehr geben, statt dessen konzentriere sich Bernau auf Investitionen in Verkehr, Soziales, Kultur Grün und Natur.
Es folgt eine lange Aufzählung konkreter Projekte, darunter der Bau von drei neuen Kitas am Pankebogen, im Blumenhag und in Bernau-Süd, die Erweiterung der Schulstandorte am Rollberg und an der Hasenheide, die Bebauung des Ladeburger Dreiecks samt Mehrzweckhalle mit 2000 Zuschauerplätzen. Die Stadt bemühe sich, "den Verkehr deutlich flüssiger zu gestalten", sagt Stahl. Als Beispiel nennt er die Einführung des Innenstadtrings, die Verdoppelung der Stadtbuslinien von drei auf sechs und die mit dem Landkreis vereinbarte Verdreifachung der Verkehrsleistung bis zum Jahr 2025, den Bau von Radwegen und Parkhäusern.
Viele Fragen zu Kitaplätzen
In der anschließenden Gesprächsrunde fragen Bewohner des Pankebogens, ob das neue Wohngebiet Zugang zum Panke-Park erhalten wird (was Stahl bejaht) und ob die Entlastung des Schönfelder Weges vom Lkw-Verkehr in Sicht sei (der Bürgermeister verweist darauf, dass die Firma Hoffmann ihren Betriebssitz an die Albertshofer Chaussee verlegen will). Immer wieder gibt es Fragen zur Versorgung mit Kita-Plätzen, beispielsweise in Schönow. Auch hier sagt der Rathauschef das, was er schon lange immer wieder betont: In Bernau bekommt jedes Kind einen Kitaplatz, nur die Wunschkita der Eltern sei es nicht immer.
Stahl hat seine Dezernenten und einige Amtsleiter mit zum Empfang gebracht. In Einzelgesprächen kann so an diesem Abend manches Problem der Neu-Bernauer gelöst werden.