Der Zuspruch ist überwältigend. Am Sonnabend sind gegen Mittag für die schwer kranke Filicitas aus Panketal schon mehr als insgesamt 70.000 Euro für die Durchführung einer Spezialtherapie gespendet worden. Die Familie und ihre Freunde, die die Hilfsaktion „Feli soll leben!“ ins Leben gerufen haben, können diese Welle an Hilfsbereitschaft kaum fassen. Jetzt hoffen sie auf eine Wende zum Guten für Felicitas.
Das Mädchen aus Panketal, das gerade erst am 17. September 13 Jahre alt geworden ist, ist an einer sehr schweren Form der Leukämie erkrankt. Die Diagnose wurde Anfang dieses Jahres gestellt. Doch die Chemotherapie hatte nicht den erhofften Erfolg. Eine Spezialtherapie ist erforderlich, die die 13-Jährige erst für eine Knochenmarktransplantation bereit macht, erläutert die Familie. Da die Kostenübernahme ausstehe, die Zeit aber dränge, will die Familie die Behandlung privat und mit Hilfe von Spenden begleichen. Für die Therapie wird mit etwa 100.000 Euro gerechnet.

Therapie beginnt

Dank der Spendenbereitschaft konnte die überglückliche Tante von Felicitas die gute Nachricht mitteilen, dass die ersten Spendengelder bereits für Felicitas Behandlung eingesetzt werden können. Nach Rücksprache mit den Ärzten könne der erste von mehreren erforderlichen Behandlungsblöcken, für die jeweils 20.000 Euro monatlich errechnet wurden, beginnen.
Die Liste der Spender ist lang, und die Höhe der Beträge lässt erahnen, dass auch viele junge Spender ebenso wie Familien, Einzelpersonen, Schulklassen, Vereine, Firmen, bekannte Personen aus Panketal und darüber hinaus und viele mehr sich für Felicitas einsetzen. Viel Rückenstärkung und Mut bekommt sie vor allem von den Mädchen und Jungen ihrer Klasse an der Schwanebecker Grund- und Oberschule.
Ihre Mitschüler – sie kennen sich seit der ersten Klassen – waren sehr betroffen, als sie von Felicitas Krankheit erfahren haben, doch sie stehen die ganze Zeit über in Kontakt mit ihr und organisieren Aktionen, um ihr zu helfen, berichtet Klassenlehrerin Anke Krüger.

Besuch in der Klasse

„Am ersten Schultag nach den Sommerferien konnte uns Felicitas sogar für ein paar Minuten in der Klasse besuchen“, sagt sie und beschreibt, wie wunderbar die Kinder miteinander umgegangen sind. „Alle halten zu ihr“, sagt sei. „Felicitas ist zwar körperlich sehr geschwächt, aber mental ist sie sehr stark.“
Zu ihrem 13. Geburtstag am Donnerstag hatte sich die Klasse etwas Besonderes ausgedacht. Auf einem Video hatte sie ein Geburtstagslied gesungen und es ihr geschickt. Darüber hinaus haben sie über eine Videoschaltung persönlich miteinander sprechen können. Um Felicitas die Zeit während ihrer Krankenhausaufenthalte zu vertreiben, hat ihr eine Mitschülerin ihre Spielkonsole geschenkt.
Für die Schule hat ihre Klasse einen Basar mit abgepackten Süßigkeiten vorbereitet. Um auf ihn hinzuweisen wurden Plakate gemalt. Auch mit diesen Einnahmen wollen die Schüler die Spendenaktion unterstützen. Die Hilfsbereitschaft ist ansteckend, nicht nur Schüler, auch Lehrkräfte und andere Mitarbeiter in der Schule – bis hin zu den Reinigungskräften – beteiligen sich an der Spendenaktion.

Eltern waschen Autos

Eltern und Lehrer tragen die Aktivitäten für Felicitas über die Schule hinaus. Sie haben eine Autowaschaktion mit der Tankstelle in Schwanebeck vereinbart. Am kommenden Sonnabend werden sie dort in der Zeit von 9 bis 16 Uhr Autos waschen. Kaffee und Kuchen wird es auch geben.
Über „so viel und so tolle Resonanz bei allen“ freuen sich die Familie und ihre Freunde, die sich im „Team Feli“ zusammengefunden haben. Geholfen werden kann auch ganz praktisch. Für Felicitas Aufenthalt zu Hause muss ihr Heim nicht nur möglichst barrierefrei, sondern auch unter hygienischen Aspekten darauf vorbereitet werden, so die Familie. Sehr willkommen sind somit Handwerker, die sich in den Bereichen Fenster, Heizung, Fußboden und Stufen auskennen. Den Kontakt kann die MOZ vermitteln. In dieser Woche soll neben der Spendenaktion unter www.gofundme.com/f/felisollleben auch ein extra Spendennkonto freigeschaltet werden.