Fröhlich ging es am Sonntagnachmittag in der Biesenthaler Bahnhofstraße 42 zu. Hier feierte das Haus Sonnenblick seinen Tag der offenen Tür.  In dem über einhundert Jahre altem Gebäude leben 30 Erwachsene mit geistiger Behinderung. "Wir kümmern uns um alles außerhalb des Arbeitsbereiches dieser Menschen", so Einrichtungsleiter Mario Kießling von der Stephanus-Stiftung, der das Haus seit 2018 führt. "Viele unserer Bewohner gehen noch in Einrichtungen der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal arbeiten. Dann begleiten wir sie anschließend bei ihren täglichen Verrichtungen hier im Haus, wo sie leben."
Eine große Aufgabe komme in der nächsten Zeit auf die Einrichtung zu, denn demnächst werden viele Bewohner in Rente gehen. "Das heißt für uns, dass wir sie dann auch tagsüber betreuen werden mit verschiedenen Angeboten entsprechend dessen, was ihnen möglich ist", so Kießling. Der Tag der offenen Tür bot mit einem bunten Programm für Bewohner und Besucher, die das Haus einmal kennenlernen wollten, einen abwechslungsreichen Nachmittag.
Kuchenbüfett und Grill
Mit einem Löschfahrzeug war die Freiwillige Feuerwehr Biesenthal vor Ort. Man konnte an den einzelnen Ständen basteln, trödeln oder filzen. Auch ein Puppentheater und die Band "P.R.Kantate" aus Berlin sorgte für gute Unterhaltung. Im Haus selbst wurde im Küchenbereich, der ansonsten von den Bewohnern genutzt wird, ein Kuchenbüfett angeboten, am Grill duftete es nach Bratwürsten. "Die Menschen leben hier in drei Wohngruppen zu je zehn Personen. Alle können, soweit wie es ihnen möglich ist, selbstständig ihre täglichen Belange erledigen. Wir unterstützen, wo das nicht geht."
Die Stephanus-Stiftung selbst ist eine am Weißen See in Berlin gelegene Einrichtung zur Betreuung von pflegebedürftigen und geistig behinderten Menschen. Aus den Vorgängern Stiftung Bethabara, Stiftung Bethabara-Beth-Elim und Adolf-Stoecker-Stiftung entstanden, ist sie eine der ältesten karitativen Einrichtungen dieser Art. Im Jahre 1878 gründete der evangelische Pfarrer Ernst Gottlieb Georg Berendt die Stiftung.  Er erwarb ein Grundstück mit Haus an der Albertinenstraße und stellte es als "Zufluchtsheim" zur Verfügung, um aus der Haft entlassenen Frauen zu helfen, im Leben wieder Fuß zu fassen. 1928 errichtete die Stiftung das erste homöopathische Krankenhaus in Deutschland. Im gleichen Jahr wurde von dieser Stiftung in Bad Freienwalde ein Übergangsheim für gesundheitlich schwache und pflegebedürftige Mädchen in Betrieb genommen. Nach einer wechselvollen Geschichte über viele Jahrzehnte erweiterte die Stiftung ihre Tätigkeit 1989 nach der Wende auch auf dem Gebiet der Versorgung und Betreuung geistig behinderter Menschen.