In dieser Woche ist dem gebürtigen Dresdner daher ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen. Gemeinsam mit der polnischen Stadt Stargard Szczecinski hatte sein Verein im Sommer vergangenen Jahres einen Förderantrag zur Sanierung von historischen Stadttoren in beiden Städten gestellt. Der Begleitausschuss der Euroregion Pomerania hat die Förderung des Projekts „Tore, die verbinden“ nun offiziell freigegeben. Es sieht den Wiederaufbau des Mühlentors in Bernau vor.
Das grenzübergreifende Projekt, veranschlagt mit einer Million Euro, wird zu 85 Prozent vom europäischen Strukturfonds EFRE gefördert. Der deutsche Partner erhält einen Zuschuss von 364 000 Euro. Die Kosten für den Wiederaufbau des Bernauer Mühlentors werden mit 430 000 Euro beziffert. Die Summe beinhaltet neben den Baukosten aber auch Aufwendungen für Informationsmaterialien und Kulturveranstaltungen, erklärt Manfred Hübler.
Denn die Förderung ist an einen interkulturellen Austausch geknüpft. Schüler, Künstler und Tourismusvereine aus beiden Städten sollen enger zusammenarbeiten. „Es ist wichtig, dass weitere Gruppen mit einbezogen werden. Stargard liegt näher als Dresden oder Leipzig“, sagt Manfred Hübler. Er war schon öfter in der polnischen Stadt, die mit den Fördermitteln nun ihr historisches Walltor sanieren wird. Ein Besuch sei lohnenswert.
Andere bauen ein Schloss wieder auf, das „bescheidene“ Bernau ein Stadttor, scherzt Dezernent Eckhard Illge. Er ist überzeugt, der Bau „mit Symbolkraft“ werde sich positiv auf die touristische Entwicklung der Stadt auswirken. „Wir wollen uns aber nicht einmauern, sondern ein Tor, das sich öffnen lässt.“
Der Wiederaufbau beginnt noch in diesem Jahr. Der Stadt Bernau, die aus formalen Gründen als deutscher Projektpartner eingebunden wird, entstehen keine Kosten. Die trägt der Förderverein, der bisher 60 000 Euro Spenden eingeworben hat. 2012 soll das 14,5 Meter hohe Mühlentor dann stehen. Das Gebäude, das gut neun mal neun Meter misst, wird im ersten Stock auch einen Raum für Veranstaltungen beherbergen, erzählt Manfred Hübler. Er ist glücklich, einen Stein ins Rollen gebracht zu haben.
Das deutsch-polnische Projekt „Tore, die verbinden“, initiiert von einem Förderverein und der polnischen Stadt Stargard Szczecinski, setzt sich für den Wiederaufbau des Bernauer Mühlentores ein. Mit Erfolg. 2012 soll das Tor stehen.