"Der mittelständische Betrieb zeigt, dass Landwirtschaft auch ohne Medikamente und Antibiotika machbar ist", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Niederbarnimer Tierschutzvereins, Frank Ehlert, zu Beginn der Visite. Gänse könnten zudem auch auf der grünen Wiese aufwachsen. Eine Aufzucht in Ställen bedeute dagegen Stress für die Tiere. "Wir wollen Tierschutz mit Herz, Verstand und Toleranz und nicht mit der Keule", betonte Ehlert.
Der promovierte Landwirt Peters, der auch einmal Bürgermeister von Blumberg war, berichtete anschließend der Gruppe von der durchaus wechselvollen Entwicklung des Betriebes. Mit 250 Hühnern hatte er 1990 angefangen, inzwischen produziert und verkauft er 4000 bis 5000 Legehennen. Darüber hinaus zieht Peters auch Hähne auf. Diese sind vor allem bei asiatischen Imbissen und Restaurants in der Region beliebt - mit Kopf und Fuß. "Männliche Küken werden bisher oft geschreddert", so Vereins-Vize Ehlert. Das Löhmer Beispiel mache jedoch deutlich, dass dies nicht sein müsse. Auch die industrielle Landwirtschaft könne dies leisten, erklärte der frühere Amtstierarzt.
Rund 1300 Gänse sind ebenfalls auf dem Hof in frischer Luft unterwegs und werden wohl zu Weihnachten reißenden Absatz finden. Mehrere Nandus betätigen sich als "biologischer Wachschutz" und halten die gefräßigen Füchse fern. Die Entenaufzucht will Peters jedoch aus wirtschaftlichen Gründen zurückfahren. Auch die Aufzucht von Puten kann völlig ohne Medizin funktionieren. "Das hätte ich früher auch nicht gedacht", so Peters.
Besonders stolz ist der Landwirt jedoch auf sein Simmentaler Fleckvieh. Dort kann der Löhmerbeachtliche Erfolge vorweisen, die europa-, aber auch weltweit gewürdigt werden.
Für die Zukunft, so berichtete es Peters, soll auf dem Gelände noch ein neues Schlachthaus gebaut werden. Dort wartet der Landwirt bereits seit zwei Jahren auf die Genehmigung.
Vereins-Vize Ehlert zog abschließend eine positive Bilanz der Tierschutzwoche 2017. Die Eröffnung der Ausstellung in der Joachimsthaler Sparkassen-Filiale zum Thema "Qualzucht" habe großen Anklang gefunden. Auch der Vortrag von Claudia Pfister von der Bundestierärztekammer sei sehr interessant gewesen. "Leider hatten wir wegen des Sturms am Donnerstag nicht so viel Zuhörer wie erhofft", so Ehlert.
Der stellvertretende Vorsitzende kündigte ferner an, dass sich der Verein auch weiterhin mit dem Tierschutzwochen-Thema beschäftigen werden. Dabei gehe es nicht nur um Hunde wie Möpse und französische Bulldoggen, denen Defekte angezüchtet werden. "Warum muss eine Kuh unbedingt 15 000 Liter Milch im Jahr geben?", fragte Ehlert.
Der Tierschutzverein Niederbarnim hat 360 Mitglieder.