Stefanie und Patrick Schimmel aus Bernau haben einen behinderten Sohn. „Wir mussten leider feststellen, dass es für ihn keine Möglichkeit gibt, ab einem gewissen Alter ein selbstbestimmtes Leben außerhalb des Elternhauses zu führen“, sagt Stefanie Schimmel. Damit erklärt sie sogleich, weshalb das Ehepaar ein Wohnprojekt für 30 Bewohner mit Handicap auf die Beine stellte. Die behindertengerechten Wohnungen befinden sich im Panke Bogen am Schönfelder Weg in drei verschiedenen Häusern. Wer möchte, kann auch die Dienste einer Sozialstation vor Ort oder jeder anderen ambulanten Betreuung frei auswählen.

Die ersten Bewohner sind eingezogen

Joachim Abraham und Melanie Hindemann gehören zu den ersten Bewohnern in Haus I. Die Wohnungen in Haus III und Haus V sollen ab Februar und in den Folgemonaten bezogen werden. Beide Bewohner sind im Gemeinschaftsraum der Sozialstation in Haus 1 zum Mittagessen zusammengekommen. Ihnen gefällt das neue Zuhause.
Die barrierefreien Wohnungen sind Teil der neuen Siedlung Panke Bogen, sie treten als extra Wohnanlage nicht in Erscheinung, sie gehören dazu wie jede andere Wohnung auch. Lediglich am Eingang des Aufgangs ist ein Treppenaufzug über die vier Stufen zum eigentlichen Lift des Hauses noch hinzugekommen.

Gemeinsame Aktivitäten und das eigene Zimmer

„Wir wollen Menschen mit Handicap zusammen bringen und es ihnen ermöglichen, gemeinsam etwas im Alltag und ihrer Umgebung unternehmen zu können“, sagt Stefanie Schimmel. Dazu gehört das Einkaufen und Basteln ebenso wie – sobald die Corona-Beschränkungen wieder gelockert werden – ins Kino zu gehen oder andere Veranstaltungen zu besuchen. Wer was unternimmt, steht jedem frei. Auch Bewohner mit schweren Behinderungen sollen nach ihren Möglichkeiten einbezogen werden.
Insgesamt wurden im Panke Bogen zwei Wohnungen mit jeweils einem 60 Quadratmeter großen Garten und acht Wohnungen mit Balkonen angemietet. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, das er selbst einrichten kann. Die Zimmer sind zwischen 22 und 25 Quadratmeter groß. Die einzelnen Wohnungen verfügen zudem über einen großen Gemeinschaftsraum mit einer Teeküche. In den beiden Gemeinschaftswohnungen der Sozialstation können gemeinsame Aktivitäten, beispielsweise die Zubereitung des Essens, durchgeführt werden. Nicht zuletzt gibt es einen extra Therapieraum, der auch für Einzeltherapien zur Verfügung steht.

Personal rund um die Uhr und jeden Tag

Die Sozial- und Betreuungsstation „Wir für Sie“ muss nicht zwingend zur Wohnung dazu gebucht werden. Wie üblich, kann auch jede andere gewählt werden. In ihr sind derzeit neun, in kürze zehn Fachkräfte wie Pflegefachkräfte, Heilerziehungspfleger und Sozialpädagogen beschäftigt. Alle sieben Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag ist Fachpersonal vor Ort.
Es gibt gemischte Wohngruppen, aber auch Gruppen nur für Frauen und nur für Männer. „Menschen, die erkranken oder durch einen Unfall eine Behinderung erleiden, fühlen sich auf einmal aus dem Leben gerissen, müssen aber nicht in eine Pflegeeinrichtung ziehen“, sagt Stefanie Schimmel. Die Aufteilung in den Wohngruppen richtet sich vor allem nach der Art der Behinderung beziehungsweise Erkrankung. „Wenn Menschen mit verschiedenen Handicaps zusammen kommen, dann können sie sich gegenseitig besser unterstützen“, sagt Stefanie Schimmel und ist sicher, dass sich ihr Sohn wie die künftigen Bewohner im Panke Bogen wohl fühlen werden.
Kontakt unter E-Mail info@wohnbar-24.de sowie Telefon 0171 2104117