Die Initiativegruppe betont, dass sie nicht gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Waldfrieden ist, diese vielmehr bei Fahrradreparaturen, mit Spielzeug und vielem mehr unterstütze. Sie warnt jedoch vor einer Ghettobildung, die der Integration entgegenstehe. Mit der hohen Konzentration von Flüchtlingen und den wenigen Berührungspunkten könne eine Integration nicht geschafft werden, unterstreicht Jan Bernatzki für die Initiative.
Die Auffassung des Bürgermeisters, dass der Betrieb von gleich zwei Flüchtlingsunterkünften nicht optimal sei, teile die Initiative. Heute dürften nicht mehr die Sachzwänge für den Betrieb von Notunterkünften aus dem Jahr 2015 gelten. Es müssten Einwohnerzahl, Fläche, soziale Stärke, Infrastruktur und vorhandene Notunterkünfte berücksichtigt werden. Das bundesweit bewährte Modell des Königssteiner Schlüssels sollte daher auf Bernau übertragen werden. Als Alternativen werden die bald fertigen Neubauwohnungen in der Mühlenstraße und die ehemalige Kaserne in Ladeburg genannt.
Mit Blick auf die Planung des Neubaus übt die Initiative heftige Kritik am Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk, dem Träger der Einrichtung in Waldfrieden, und den beiden Verwaltungen. Demokratische Mitbestimmungsrechte seien nicht eingehalten worden, da der Bauantrag bereits vor der Information und Einbeziehung der Bürger eingereicht worden sei. Es sei eine "Lüge", wenn Silvia Ulonska behaupte, dass auf einer Bürgerversammlung im vergangenen Jahr über den Ergänzungsbau informiert worden sei. "Unglaubwürdig" sei auch die Aussage von André Stahl, es gebe derzeit keine Alternativen.
Die Initiative erwartet innerhalb von zwei Wochen die Benennung von alternativen Unterbringungsmöglichkeiten und eine Info-Veranstaltung innerhalb von vier Wochen vor Erteilung einer Baugenehmigung.