Tasneem Uobeid (21) und Zahra Jafari (29) sind schon aufgeregt: In der kommenden Woche haben die aus Russland und Afghanistan stammenden Frauen in Frankfurt ein Bewerbungsgespräch für einen Ausbildungsplatz als Krankenschwester; am Freitag holen sie sich bei der Azubi-Party der Caritas hierfür letzte Tipps.
Dass es ihnen, die erst seit wenigen Jahren in Deutschland leben, gelungen ist, sich um eine Lehrstelle bewerben zu können, ist auch den Mitarbeitern der Caritas zu verdanken. „Starten statt warten“ nennt sich das vom Bund und Europäischen Sozialfonds geförderte Jugendberufshilfeprojekt, welches seit August 2015 jugendliche Ausländer bei der beruflichen Integration unterstützt.
Am Anfang, sagt Projektleiterin Anja Decker, stünden bei den meisten Jugendlichen Sprachkurse und der Erwerb von Schulabschlüssen. „Das dauert etwa ein Jahr“, erst dann könne mit der Unterstützung bei der Jobsuche und dem Verfassen von Bewerbungsschreiben begonnen werden.
Einer, der es schon geschafft hat, gibt beim Fest im Caritas-Quartier der Streetworker unweit des Nord-Clubs seine Erfahrungen weiter. Arif Khodaie ist 2009 aus Afghanistan nach Deutschland geflohen. Hier hat der 25-Jährige seinen Schulabschluss gemacht und eine Ausbildung zum Restaurantfachmann im Bad Saarower Hotel „Esplanade“ gemacht, wo er jetzt angestellt ist. Sein Tipp: „einfach durchkämpfen“.