„Wir haben wesentlich weniger Geld als 2010 zur Verfügung“, sagt Mandy Kaina, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Barnim. Wie groß der Aderlass genau ist, verkündet sie vor dem Sozialausschuss des Kreistages nicht. Nur, dass das Geld im vergangenen Jahr noch dazu reichte, 1133 Hartz-IV-Empfänger über den zweiten Arbeitsmarkt zu beschäftigen. In diesem Jahr könnten lediglich 535 Frauen und Männer, die Arbeitslosengeld II beziehen, untergebracht werden. „Wenn man die gleiche Zahl von Leuten wie 2010 bewegen will, geht das nur, wenn die Laufzeit der Maßnahmen verkürzt wird“, erklärt sie den Kreistagsabgeordneten. Für den Einzelnen bedeutet das: Statt bisher durchschnittlich sechs Monate dauert die Arbeitsgelegenheit, die er bekommt, nur noch drei Monate.
Noch drastischer fallen die Kürzungen im Bereich „Aktivierung und berufliche Eingliederung“ aus. 794 Maßnahmen im vergangenen Jahr stehen 166 in diesem gegenüber. Die finanziellen Mittel, die das Jobcenter zur Verfügung habe, würden deshalb vor allem als Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber gezahlt oder für die berufliche Weiterbildung von Langzeitarbeitlosen eingesetzt, sagt Mandy Kaina.
Insgesamt sind im Barnim im April 18 666 ALG-II-Empfänger in 10 795 Bedarfsgemeinschaften registriert gewesen. 712 davon waren Jugendliche unter 
25 Jahren. In ihnen sieht das Jobcenter seinen Schwerpunkt: „Das sind 712 Jugendliche, die wir in Ausbildung bringen wollen“, erklärt die Vize-Geschäftsführerin. Dabei entgegen kommt der gemeinsamen Einrichtung von Bundesarbeitsagentur und Landkreis, dass es zurzeit sehr viele freie Ausbildungsplätze und auch freie Arbeitsstellen gibt. Wer von den Jugendlichen die Voraussetzungen für eine Ausbildung nicht mitbringt, dem finanziert das Jobcenter durchaus auch Nachhilfeunterricht.
Mit 2964 gibt Mandy Kaina die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Barnim an – Frauen und Männer, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind. Auf die Frage aus dem Sozialausschuss, wie groß unter ihnen der Anteil derer sei, die noch Vermittlungschancen hätten, bleibt die Vize-Chefin des Job-Centers eine Antwort schuldig. Heiner Loos (FDP) geht offenbar davon aus, dass die meisten nicht arbeiten wollen und verlangt in diesen Fällen die konsequente Streichung aller Leistungen. „Wenn sie Hunger haben, werden sie schon was tun“, ist er überzeugt. Rene Devrient (SPD), der in der Schorfheide eine „Sozialherberge“ betreibt, beruhigt den FDP-Mann: „Bei mir arbeiten die alle. Man muss sie nur richtig anfassen!“