Zum 23. Mal kamen über den Jahreswechsel junge Erwachsene aus verschiedenen europäischen Ländern zur „Internationalen Winterschule“ in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein im Werneuchener Ortsteil Werftpfuhl zusammen. Eine Woche verbringen sie gemeinsam in der Bundesbildungsstätte, die noch bis Montag, 3. Januar andauert. Thematisch geht es in diesem Jahr um die Stärkung der Beteiligungsrechte junger Menschen.
Dass es gerade in Zeiten von Corona eine solche Veranstaltung braucht, meint Bildungsreferent und Organisator Jonas Gerber. „Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben viele Kinder und Jugendliche gezwungen, zuhause zu bleiben. Dabei wurde deutlich, dass ihre Stimme im politischen Prozess kaum Gehör fand und dass es wenig Möglichkeiten für sie gab, sich an Entscheidungen zu beteiligen. Kinder- und Jugendpolitik wird vor allem von Erwachsenen gemacht“, sagt er.

Mehr Partizipation von Kindern und jungen Erwachsenen gefordert

Die jungen Erwachsenen aus ganz Europa haben in der Woche diskutiert und Ideen entwickelt, wie Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den jeweiligen Ländern mehr Partizipation ermöglicht werden kann. Zugleich haben die begleitenden Ehrenamtlichen ihre eigenen Verbandsstrukturen unter die Lupe genommen: „Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie wir junge Leute erreichen, die sich bisher nicht für Politik interessierten“, erklärt Gerber. „Wir möchten, dass unsere Jugendverbände diverser und inklusiver werden.“
Diversität wurde auch in der Seminarwoche groß geschrieben. Sie zeigte sich in der traditionellen Silvesterfeier: Das Neue Jahr wurde stündlich aufs Neue begrüßt. Immer dann, wenn es in einem der Heimatländer der Anwesenden Mitternacht schlug.