Das Thema steht jedes Jahr erneut auf der Tagesordnung: Der Schülerverkehr im Bereich Ahrensfelde/Blumberg sorgt regelmäßig für reichlich Ärger. Auch zu Beginn des neuen Schuljahres musste sich der zuständige Sozial- und Kulturausschuss mit dem Problem beschäftigen. Eine Mutter sprach in der September-Sitzung von einer „Situation, die nicht mehr hinnehmbar ist“.
Besonders morgens gehe es an der Grundschule in Blumberg äußerst chaotisch zu. Dann kämen sechs Busse gleichzeitig an den Haltestellen an. Sie traue sich fast nicht, ihr Kind alleine zur Schule zu schicken, so die junge Mutter.

Beim Landkreis den Druck erhöhen

Die Gemeinde Ahrensfelde und insbesondere Bürgermeister Wilfried Gehrke kennen die Klagen – und tun, was sie können. Man sei mit dem Landkreis Barnim im Gespräch, so der christdemokratische Kommunalpolitiker. Ein kleines Ergebnis gab es immerhin. Bis zu den Herbstferien wurde ein zusätzlicher Bus eingesetzt. Insgesamt sei die Situation aber weiterhin unbefriedigend.
„Seit 15 Jahren bekommt der Landkreis den Schülerverkehr nicht in den Griff“, so der Ahrensfelder Verwaltungsleiter. Die Zahlen, um vernünftig planen zu können, habe die Gemeinde immer geliefert.
Im Ahrensfelder Kultur- und Sozialausschuss gab es schließlich die Idee, gegenüber dem Landkreis noch einmal den Druck zu erhöhen. Peter Stock (Freie Wählergemeinschaft) legte einen ersten Entwurf eines Briefes vor, anschließend erfolgte eine Diskussion im Hauptausschuss. Bemerkungen von Christina Emmrich (Linke) kamen hinzu, letztlich überarbeitete Vize-Bürgermeister Andreas Knop das Schreiben. Am Montagabend stand das Thema schließlich auf der Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung.

Generelle Verbesserungen für Schülerverkehr gefordert

„Wir sollten über das Schreiben der Verwaltung abstimmen“, so die Vorsitzende des Gremiums, Beate Maria Hübner. Es sei umfassend formuliert und enthalte alle wichtigen Punkte. Patrick Seiler (Die Unabhängigen), der ebenfalls ein paar Gedanken zu Papier gebracht hatte, wollte noch ein paar konkrete Beispiele einarbeiten. So etwa, dass die Anschlussbusse oft verspätet fahren.
Christina Emmrich konnte sich wiederum vorstellen, die Linien konkret zu benennen. Das aber hielt Bürgermeister Gehrke für keine gute Idee. „Da ändern sich vielleicht mal die Nummern. Wir wollen aber, dass es generelle Verbesserungen im Schülerverkehr gibt“, warf der Christdemokrat ein. Eine weitere Diskussion gab es nicht mehr. Die Gemeindevertreter segneten den Entwurf ab – und zwar einstimmig.

Grundschüler bleiben an Haltestellen zurück

In dem zweiseitigen Schreiben an Landrat Daniel Kurt (SPD) und den Vorsitzenden des Kreistages Barnim, Othmar Nickel (CDU), wird zunächst auf die „massiven Beeinträchtigungen“ im Schülerverkehr hingewiesen. Dies betreffe sowohl die Linien zur Grundschule Blumberg als auch zu den weiterführenden Bildungseinrichtungen in den Nachbargemeinden.
„Insbesondere waren und sind viele Busse völlig überfüllt, so dass Schülerinnen und Schüler nicht mehr mitgenommen werden konnten“, heißt es dann weiter. Gerade Grundschüler würden morgens gar nicht oder zu spät zur Schule kommen oder würden sogar allein an den Haltestellen zurückgelassen.
Darüber hinaus, so beklagen die Ahrensfelder Gemeindevertreter, treten wegen des starken Verkehrsaufkommens immer wieder Unpünktlichkeiten auf. Eltern seien nicht selten gezwungen, ihre Kinder mit dem eigenen Fahrzeug zu den weiterführenden Schulen zu bringen oder sie dort abzuholen.

Planung und Durchführung des Schülerverkehrs ist große Herausforderung

„Die Gemeindevertretung fordert Sie daher auf, sich nachdrücklich für eine deutliche Verbesserung der Schülerverkehrs einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass die leider notwendigen, teilweise sehr langen Schulwege möglichst sicher, pünktlich, zügig und verlässlich realisierbar sind“, heißt es weiter.
Das Gremium sei sich durchaus bewusst, dass die Planung und Realisierung des Schülerverkehrs eine große Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Allerdings dürften die Ursachen und Probleme nicht zu Lasten der Schülerinnen und Schüler gehen, zumal diese Defizite schon seit Jahren bekannt sind.
Angesichts der steigenden Schülerzahlen in der Region, insbesondere auch im Sekundarbereich, werde mittelfristig eine deutliche Verbesserung der Situation wohl nur durch eine weitere Schule im Bereich Ahrensfelde/Werneuchen zu erreichen sein. Dies sollte in den weiteren Planungen des Landkreises berücksichtigt werden, heißt es.