Ob sich an dieses Vorhaben noch weitere Bauabschnitte anschließen, ist noch nicht entschieden. Er sei sich bewusst, dass der gesamte "Kinder-Campus" Rüdnitz ein ambitioniertes Vorhaben sei, das den Gemeindehaushalt über lange Zeit belasten werde, hielt Bürgermeister Andreas Hoffmann im Nachgang der Sitzung fest. Rüdnitz gehöre aber "bereits heute zu den stark wachsenden und nachgefragten Wohnstandorten im Berliner Umland. Darauf müssen wir uns rechtzeitig einstellen", so Hoffmann.
Als weitere, aber noch nicht beschlossene zweite Etappe, könnte sich an den Krippenneubau die Errichtung von 60 Kita-Plätzen anschließen. Das Gemeindezentrum würde dann wieder frei. Darüber hinaus ist auch ein dritter Bauabschnitt mit 50 zusätzlichen Kita-Plätzen möglich. Ob es hierfür tatsächlich den Bedarf geben wird, müsse die Entwicklung der Kinderzahlen zeigen. Hoffmann unterstrich, dass es aktuell weder für den zweiten noch für den dritten Bauabschnitt einen Beschluss der Gemeindevertretung gebe. Gleichfalls Zukunftsmusik sind Überlegungen, das Areal angesichts zunehmender Kinderzahlen als Grundschulstandort zu nutzen. Diese "mittelfristige Option" setze jedoch intensive Gespräche über einen Schulverband mit anderen Gemeinden voraus.

Platz zum Bringen und Holen

Mit großem Interesse wurde in der Sitzung der noch veränderbare Entwurf für den Krippenneubau aufgenommen. Das eingeschossige Gebäude mit sechs Gruppenräumen für jeweils zehn Kinder soll entlang der Bahnhofstraße errichtet werden. Zum Festplatz hin sind in einem Gebäudeflügel Verwaltungs- und Personalräume, kleinere Zimmer zum Beispiel für die Logopädie und die Ausgabeküche untergebracht. Der bestehende Spielplatz wird nicht verändert. Der Festplatz wird befestigt, so dass Eltern, die ihre Kinder holen oder bringen, nicht auf der Bahnhofstraße halten müssen.

Änderungen zugestimmt

Wie Katja Dörner, Geschäftsführerin vom Planungsbüro Dörner&Partner in Eberswalde, sagte, sollten die Gruppenräume nach Süden und damit in den künftigen Innenhof zeigen. Der Vorschlag stieß ebenso auf Zustimmung wie der Hinweis von Gemeindevertreterin Heike Menschner, dass die  Anordnung von Gruppen- und Schlafräumen getauscht wird. So könnten benachbarte Gruppenräume eine Verbindung erhalten. Der Flur wird bis zu 3,50 Meter breit sein und dient auch als Bewegungsfläche. Für jede Gruppe entsteht in einer Nische im Flur eine Garderobe.
Damit sich die Gebäude – sollten einmal eine Schule mit Mensa und Sporthalle errichtet werden – nicht gegenseitig stören, werden auch ihre Standorte in einem parallel auszuarbeitenden Bebauungsplan festgelegt. Sie könnten im hinteren Bereich des Areals entstehen. So wird in dem Bebauungsplan beispielsweise festgelegt, bis zu welcher Tiefe das Areal bebaut werden kann.
Im zweiten Halbjahr 2020 könnte der Bebauungsplan ausgelegt werden, so Andreas Hoffmann. Wenn die Finanzierung der Kinderkrippe über Kreditaufnahme und Fördermittel steht, könnte sie 2021 errichtet werden. Im gleichen Jahr wäre auch eine Entscheidung über den zweiten Bauabschnitt mit 60 Kitaplätzen denkbar.