Die Kita-Bedarfsplanung bis zum Jahr 2023 gehört heute Abend zu den wichtigsten Themen der Wandlitzer Gemeindevertreter. Im Vorfeld der Entscheidung kommt allerdings Kritik auf. Insbesondere der absehbare Bevölkerungszuwachs in Basdorf solle besser berücksichtigt werden.
Das Zahlenwerk versucht das fast Unmögliche: Angesichts des starken Zuzugs fallen verlässliche Prognosen über den Bedarf an Kita- und Grundschulplätzen verständlicherweise schwer. So erwartet die zuständige Amtsleiterin Gisela Peter bis 2023 einen Kitabedarf von 1277 Plätzen. 842 Kinder zwischen drei und sechseinhalb Jahren, 407 Kinder zwischen einem und drei Jahren und 28 bis zu einem Jahr alte Kinder sind demnach bis zum Jahr 2023 zu versorgen. Obendrauf kommen die Hortkinder, die mit weiteren 1104 Plätzen prognostiziert wurden.
Beim Vergleich der aktuellen Angebote mit dem künftigen Bedarf ermittelt die Verwaltung eine Differenz von 206 Kitaplätzen. Geschlossen werde diese Lücke mit diversen Neubauten in den Wandlitzer Ortsteilen. In Basdorf steht der Neubau von zwei Einrichtungen mit insgesamt 120 Plätzen in Rede. In Stolzenhagen werde der Neubau einer Kita für 30 Kinder geprüft, ebenso in Klosterfelde. Dort steht die Kapazität von 100 Plätzen zur Disposition. Teil der Planungen sind die Veränderungen in Schönwalde – die Kapazität der Awo-Kita wird laut Papier von 82 Kinder auf 116 ansteigen. Allerdings stand noch vor wenigen Wochen eine deutlich größere Kapazität im Raum, da die komplette obere Etage für die Kita ertüchtigt wird. Auch bei „Petö“ werde die Zahl der Plätze von 32 auf 42 ansteigen.
Eine weitere Baustelle: Auch Wandlitz benötigt eine weitere Kita. Während Bürgermeisterin Jana Radant einen Standort (60 Plätze) neben dem Barnim-Panorama favorisiert, sieht Ortsvorsteher Oliver Borchert andere Standorte wie beispielsweise am Bahnhof Wandlitz als geeigneter an. Zugleich will die Verwaltung von den Überbelegungen in Kitas wegkommen. Jahr für Jahr beantragt die Sozialamtsleiterin Peter Ausnahmegenehmigungen, um oberhalb der eigentlichen Kapazität einer Kita Kinder betreuen zu lassen.
In der Debatte zur Vorlage gab es bislang eine Stoßrichtung der Kritiker: Nämlich die Frage, inwieweit die Basdorfer Entwicklungen ausreichend im Strategiepapier berücksichtigt wurden. Nach Meinung der Wandlitzer SPD-Vorsitzende Assol Urrutia-Grothe ist das nämlich nicht der Fall. Sie kritisiert die „realitätsferne Kita-Entwicklungsplanung“, in der die aktuellen Entwicklungen in der Gemeinde „missachtet“ würden.  Beispielsweise fehle der Zuzug von 1400 Bürgern in den Basdorfer Gärten. Auch wäre es nach Meinung der SPD-Vorsitzenden „naiv und nicht tragfähig“, mit den Zahlen vom Dezember 2017 zu agieren. „Das ist keine belastbare Prognose“, so ihr Urteil. Vermutet werden darf, dass es bei der SPD in dieser Frage ordentlich knirscht. Die Gemeindevertreter Maria Brandt und Hans-Joachim Auge hatten der Vorlage im Hauptausschuss zugestimmt.
Kritik kommt auch von Oliver Borchert (F.Bg.W.), der im Hauptausschuss vergeblich beantragt hatte, das Papier wegen fehlender Aktualität zurückzustellen. Er schrieb alle Gemeindevertreter noch einmal an und warb um Unterstützung. Borchert rechnet absehbare Entwicklungen auf und wirbt dafür, die Vorlage der Verwaltung überarbeiten zu lassen. Die Verwaltung argumentiert dagegen. Der Kämmerer brauche dringend Zahlen und zudem solle zum Jahresanfang 2019 eine Überarbeitung erfolgen.
Die Gemeindevertreter tagen heute ab 19 Uhr im Wandlitzer  „Goldenen Löwen“.