Das Klima wandelt sich – und das hat gravierende Folgen. Auf lange Sicht wird sich auch das Leben in Bernau dauerhaft verändern. Anpassungstrategien sind gefragt. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) hat deshalb mit der Kommune ein Projekt „Bernau. Pro.Klima“ ins Leben gerufen. Nach zwei Workshops stand am Montagabend im Audimax des Oberstufenzentrums I Barnim  der Wald im Mittelpunkt.
Die Bernauer, so wurde es in der Diskussion deutlich, nutzen den Wald auf vielfältige Weise. Sie fahren Rad, gehen mit ihrem Hund spazieren, sammeln Pilze, beobachten Vögel und reiten aus. Die Wissenschaft spricht von versorgenden (zum Beispiel Holzgewinnung), regulierenden (Luftreinigung)  und kulturellen  (Erholung) Ökosystemleistungen. Einig waren sich die rund 40 Teilnehmer der Veranstaltung schließlich auch darin, dass diese Funktionen in den kommenden Jahren und unter dem Einfluss des Klimawandels wichtiger werden. „Der Wald wird nicht so bleiben, wie er ist“, sagte Georgi Tontschev. Möglicherweise werde er auch völlig verschwinden. Dies sei „eine Frage von zehn bis 20 Jahren“, so der Stadtverordnete vom Bündnis für Bernau.
In einem kurzen Vortrag stellte Jeannette Blumroeder erste Ergebnisse eines Projektes vor, in dem der Einfluss der Bewirtschaftung auf das Waldklima untersucht wird. Eine wichtige Erkenntnis: Mehr, dichtere und ältere Bäume führen in Wäldern zu einer geringeren Temperatur. „Das muss Konsequenzen für die Bewirtschaftung haben“, so Professor Pierre Ibisch, der Leiter des Projektes.
An drei Tischen beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshops dann mit der Frage, welche Faktoren „den Wald daran hindern, einen Beitrag zur Klimaanpassung zu leisten“. Als Bedrohungen wurden dabei weniger Niederschläge, die Ableitung von Wasser aus der Region und unterschiedlliche Besitzverhältnisse angesehen. Aber auch Windkraftanlagen sowie die intensive forstwirtschaftliche Nutzung stufte man als kritisch ein. Wie sollte man diesen nun begegnen? Auch dazu gab es einige Ideen. So müsse man verstärkt auf Mischwälder setzen, die Zusammenarbeit der Waldbesitzer verbessern sowie einen Waldklimaplan auf Kreisebene erarbeiten. Ferner könnte der Klimaaspekt bei der Umweltbildung umfassender berücksichtigt werden, hieß es.
Die letzte Veranstaltung der Workshop-Reihe findet am 18. Februar ab 18 Uhr in der Rotunde der Grundschule am Blumenhag statt. Thema sind dann die Gewässer in Bernau. Zu Gast ist Geschäftsführer Andreas Krone vom Wasser- und Bodenverband „Finowfließ“.