Wenn man mit Thomas Bielicke über die bevorstehende Silvesternacht spricht, dann ist da erstmal keine Aufregung herauszuhören. "Normalerweise gehen wir da entspannt rein", sagt der Chef der Feuerwehr Panketal mit ruhiger Stimme. Doch allein das Wörtchen normalerweise lässt schon erahnen, dass die Silvesternacht so ganz normal dann eben doch nicht ist. Das bestätigt auch Bielicke. "Es gibt leider immer ein paar Idioten, die Raketen auf Papiercontainer abfeuern oder in einen Carport rein, der dann in Flammen aufgeht – da hört der Spaß auf", so der Gemeindewehrführer.
Feierverbot für Kameraden?
Gerade wegen solcher unliebsamen Vorfälle, die in den vergangenen Jahren immer wieder vorkamen, sind die Panketaler Kameraden vorgewarnt. "Wenn was ist, sind wir bereit", sagt Bielicke. Trotzdem würden sich die Vorbereitungen auf die Silvesternacht kaum unterscheiden von denen auf ein normales Wochenende oder einen anderen Feiertag. In Panketal gibt es zwei hauptamtliche Gerätewarte, die sich stets darum kümmern, dass es vor Einsätzen bei allen fünf Löschfahrzeugen an nichts fehlt. Und was ist mit den Kameraden? Gibt es für sie zum Jahreswechsel ein Feierverbot? Das nicht, betont Bielicke. Man sei immer noch eine Freiwillige Feuerwehr. Das heißt: "Bei Alarm kommen die, die Zeit haben. " In der Regel seien das aber fast immer 20 Mann, und das würde bei einem normalen Einsatz auch reichen. Insgesamt zählt die Gemeindewehr aktuell 100 Freiwillige.
Ähnlich wie in Panketal sieht es in Werneuchen aus. "Wir werden keinem verbieten zu feiern, aber unsere Kameraden sind sich der Pflicht schon bewusst", sagt der dortige Stadtwehrführer Rayk Miekley. Soll heißen: Viele werden bereit sein, wenn es nötig ist.
Insgesamt gibt es 150 Freiwillige in den acht Werneuchener Ortswehren. Großeinsätze aber gab es in den letzten Jahren zu Silvester nicht. "Es war recht ruhig", so Miekley, der betont: "Für uns macht es am Ende keinen Unterschied, ob eine Rakete oder eine kaputte Fritteuse eine Küche in Brand gesteckt ha ." Der letzte große Silvestereinsatz war 2011 nötig, als im Werneuchener Ortsteil Schönfeld eine Feldsteinscheune in Brand geraten war.
Hilfe vom Ortsnachbarn
Damals halfen bei der Bekämpfung auch Kräfte aus Bernau mit. Eine Hilfe, die jederzeit wieder möglich sei. "Wenn wir helfen können, dann helfen wir", sagt Bernaus Stadtbrandmeister Jörg Erdmann. Damit die Einsatzbereitschaft in der Silvesternacht stimmt, hat er unter den Kameraden der Hussitenstadt, die wie die umliegenden Gemeinden keine Berufsfeuerwehr besitzt, extra eine Abfrage gestartet: Wer hat Zeit, wer kann sich bereithalten? Für den Silvesterabend hat Erdmann nun knapp 50 Kameraden fest zur Verfügung. "So können wir im Ernstfall sofort handeln", so der Feuerwehrchef.
An das letzte Silvesterfest hat er gute Erinnerungen. "Klar hat da mal eine Mülltonne gebrannt, es gab aber nichts Dramatisches." Und damit das auch in diesem Jahr so ist, hat Erdmann noch ein paar Tipps an alle, die "böllern" wollen: "Man sollte nur zugelassene Feuerwerkskörper verwenden. Und beim Abschießen der Raketen ist ein fester Untergrund nötig."