Der Antrag der Linken, die Halle nach dem im vergangenen Sommer verstorbenen Erich Wünsch zu benennen, kam für die anderen Fraktionen offenbar überraschend. Als Basketballstadt habe Bernau ihm viel zu verdanken, hatte Linke-Fraktionschef den Vorschlag begründet. Wünsch habe den Basketball 1958 faktisch in die Stadt gebracht und sich zudem nach 1945 für den Aufbau des Versehrtensports engagiert. Nach der Wende sei er lange Jahre Präsident des Behindertensportverbandes Brandenburg gewesen, listete sie auf. "Die Halle hat's verdient und vor allem: Erich Wünsch hat's verdient", betonte Dagmar Enkelmann.
"Ich kann mir kein Urteil über die Verdienste des Mannes erlauben. Ich kenne ihn nicht", erwiderte der Bündnisgrüne Thomas Dyhr. Ihm sei die Begründung nicht ausreichend. "Dann macht man sich kundig", folgte ein erregter Zwischenruf aus dem Publikum. Dyhr ließ sich jedoch nicht beirren.Vor einer Namensgebung wolle man schon wissen, mit wem man es zu tun habe, sagte er. Er wolle - im Hinblick auf Wünschs Kriegsverletzung - wissen, was dieser während der Nazizeit getan habe. Und seine Fraktion bestehe auch auf einer Stasi-Überprüfung, setzte er hinzu.
Etwas moderater, aber inhaltlich ähnlich argumentierte Daniel Sauer (CDU). Er habe viele gefragt, niemand konnte mit dem Namen Erich Wünsch etwas anfangen, erzählte er und forderte mehr Informationen. "Wer war er? Welche Rolle und Funktionen hatte er bis zur deutschen Einheit? "Die Mehrzweckhalle ist nicht irgendeine, sondern die exponierte Veranstaltungshalle in Bernau", begründete der Christdemokrat seine Haltung. Auf den Zuschauerbänken im Saal rumorte es.
Dominik Rabe (Linke) wunderte sich. Im Jahre 2008 habe sich Erich Wünsch ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. "So, wie wir Bürgermeister Handke kennen, hat er ihn damals gründlich durchleuchtet", vermutete er und tat die Einwände von Dyhr und Sauer als "gezielte Provokationen" ab. Adelheid Reimann (SPD) pflichtete ihm bei: "Niemand hätte das gründlicher gemacht als Hubert Handke", bestätigte die Schönowerin.
Letztlich stimmten 18 Stadtverordnete für und elf gegen die Namensgebung.