Neue Patienten sollen nun eine spezielle Aufnahmestation durchlaufen, unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Dabei werden sie zu Kontakten in den vergangenen zwei Wochen und aktuellen Symptomen befragt, um Risiken auszuschließen, heißt es. Außerdem sind bei allen neuen Patienten Tests auf eine Sars-CoV-2-Infektion vorgesehen. Nach Klinik-Angaben sollen die Ergebnisse nach 18 bis 24 Stunden vorliegen. Während dieser Zeit sollen die Patienten in Einzelzimmern bleiben.
Fällt der Test negativ aus, könnten die Patienten anschließend von der Aufnahme- in die Normalstation wechseln und mit Reha-Maßnahmen beginnen. Bei einem positiven Corona-Test sollen "in der Regel" keinen Reha-Maßnahmen in der Brandenburgklinik stattfinden, heißt es. Der Patient werde dann in ein umliegendes Akutkrankenhaus verlegt oder wechsele in die häusliche Quarantäne. "In Ausnahmefällen werden positiv getestete Rehabilitanden auf dem Campus der Brandenburgklinik in einer Isolierstation kohortiert."

Kleine Anmerkung vom Amt

Das neue Konzept sei mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Barnim abgestimmt– und für gut befunden worden. Die stellvertretende Amtsärztin Katharina Deja  spricht von einem "umfangreichen und schlüssigen" Konzept, das auch in Zeiten der Corona-Pandemie Reha-Maßnahmen ermögliche. Seitens des Gesundheitsamtes habe es nur kleine Anmerkungen gegeben. Dennoch mahnt Deja zur Vorsicht. "Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Alle müssen unglaublich wachsam sein – Mitarbeiter wie Patienten.
Der Ausbruch der Corona-Welle begann an der Brandenburgklinik am 4. April im Neurologischen Reha-Zentrum. Sechs Patienten wurden positiv getestet, andere zeigten Symptome. Später waren auch Kardiologie und Orthopädie betroffen.
Seitdem hat die Klinik nach eigenen Angaben 2105 Tests durchgeführt. Dabei seien 81 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden, von denen inzwischen 62 als genesen gelten. Bei 96 Patienten gab es positive Covid-19-Tests. 17 von ihnen sind an den Folgen der Virusinfektion verstorben.
Unter den Beschäftigten der Klinik und der benachbarten Pflegeeinrichtungen ist die Unsicherheit trotz des neuen Konzeptes groß. "Wir sitzen wie die Kaninchen vor der Schlange", sagt ein Pfleger, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will. Die Altenpflegeheime seien bis Ende der vergangenen Woche nicht verschlossen, das gesamte Klinikgelände ohne Probleme über einen Parkplatz für jedermann  erreichbar gewesen. Und selbst am Haupteingang, der durch einen Sicherheitsdienst überwacht wird, käme jeder rein. "Ich bin bis jetzt nicht einmal gefragt worden, was ich auf dem Gelände will", sagt der Mann.
Eine Mitarbeiterin der Klinik schildert, dass alle Pflegekräfte angewiesen seien, lediglich eine Mund- und Nasenschutz-Maske pro Schicht zu verbrauchen. "Die ist nach zwei Stunden schon durch", sagt sie. Was sie und ihre Kollegen in den ausgegliederten Bereichen besonders beunruhigt: "Wir wurden einmal getestet – aber nicht auf Covid-19, sondern auf Antikörper. Und das ist auch schon gut vier Wochen her."