Das Provisorium gehört der Vergangenheit an. Die Fernwärme-Container, die nach dem Brand im Blockheizkraftwerk vor zwei Jahren die Versorgung sicherten, wurden abgeholt. Stattdessen wird Friedenstal jetzt wieder über das Heizhaus in der Angarastraße mit Fernwärme versorgt, wie die Stadtwerke Bernau informieren. „Zwei von drei Erdgas-Brennwertkesseln sind seit einigen Tagen in Betrieb und übernehmen die Versorgung der 700 Haushalte“, sagt Jürgen Alscher, Bereichsleiter Technik.
Das Schauspiel verfolgten auch zahlreiche Anlieger. Denn ein großer hoher Kran wurde aufgebaut, um die 23 Meter langen Schornsteine vom Schwertransporter aus einzuheben.
Insgesamt lieferte die Übergangslösung, resümiert Alscher, in den vergangenen zwei Jahren rund zwölf Millionen Kilowattstunden Wärme und sicherte damit die Versorgung der Bernauer. 2016 war das bestehende Blockheizkraftwerk wegen einer technischen Fehlfunktion in Flammen aufgegangen. Quasi über Nacht musste Ersatz hier. Mit dem Abbau der Not-Container läuft alles wieder in normalen Bahnen. Auf dem Standplatz der Container wird das Fundament gegossen, das den neuen Speicher aufnehmen soll. Dieser soll ein Fassungsvermögen von 50 000 Litern erwärmtem Wasser haben, das für Zeiten mit hohem Wärmebedarf vorgehalten wird.
„Der Brand ist für uns die Chance gewesen, eine neue Anlage zu konzipieren – die modernste in Bernau“, schätzt Jürgen Alscher ein. Rund 16 Prozent mehr Wärme als mit dem alten Blockheizkraftwerk (BHKW) könnten nun erzeugt werden. Bei Strom steige die Erzeugungsleistung auf mehr als das Dreieinhalbfache an. Damit haben sich die Stadtwerke gut auf die Zukunft eingestellt.
Zahlreiche Investoren stehen in den Startlöchern, andere Vorhaben laufen schon. Da werden Strom und Fernwärme gebraucht. In den kommenden Wochen herrscht an der Angarastraße rege Bautätigkeit. Die Technik ist bereits im Gebäude, die Anschlussarbeiten laufen noch.
Bis Anfang Dezember geht auch der dritte Kessel in Betrieb. Zwei BHKW-Motoren, die Strom und Wärme erzeugen, gehen im Dezember ans Netz. Ein 40 Tonnen schwerer Transformator, der Strom ins örtliche Mittelspannungsnetz einspeist, kommt dazu. „Es kommt jetzt auf die Witterung an, das Betonfundament können wir nur bei Temperaturen über null Grad gießen“, so Alscher. 30 Tage muss es trocknen.