Bernau. 26 Millionen Euro kostet der Neubau am Bernauer Immanuel Klinikum Herzzentrum, der voraussichtlich im ersten Quartal 2019 eröffnet wird. Hundert Bauleute aus 35 Firmen wuseln aktuell über die Baustelle.
Dass alles möglichst reibungslos ineinander greift, dafür sorgt unter anderem Bauleiter Jörg Babe. Er koordiniert die Gewerke und arbeitet mit dem Architekten Markus Legiehn Hand in Hand. Der hat sich für den 13 Meter hohen Block, der vor dem bisherigen Klinikum in die Höhe gewachsen ist, eine pfiffige Idee erdacht. Geschäftsführer Andreas Linke der Krankenhaus Bernau GmbH ist begeistert. „Wenn wir in den Etagen stehen, sieht man nie einen langen Flur“, betont der 62-Jährige. Durch den Knick verkürzen sich die Flure optisch.
Schon jetzt, da noch armdicke Kabelbünde von der Decke hängen, Dämmwollberge herumgefahren werden und an allen Ecken geschweißt wird, lässt sich das moderne Klima in dem Haus erahnen, das mit dem bisherigen Kankenhaus quasi zusammenwächst. Die Patienten werden schon ab November durch den neuen Haupteingang mit einer großen Bogenschiebetür treten. An der Decke hängt ein runder Gipsteller, der als Beleuchtungshalterung dient. Tresen und Cafeteria empfangen die Kranken und ihre Begleiter. Die Patientenaufnahme hinter Glas findet ebenfalls Platz. Die Bernauer Klinik mit 260 Betten, gegenwärtig sind 235 überwiegend in Dreibettzimmern belegt, präsentiert sich dann luftig und hell. „Die Enge ist bald vorbei, das war auch für die Mitarbeiter oft schwierig“, schätzt Linke ein.
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Im Erdgeschoss des Neubaus findet die Echokardiographie Platz. Sie steht sowohl dem stationären als auch ambulantem Bereich zur Verfügung. Deshalb wird es zwei Zugänge geben, einer vom neuen Foyer und eine Verbindung zum Hauptgebäude. 13 Untersuchungsräume hat die zentrale Aufnahme. Studenten der medizinischen Hochschule, die am Klinikum die Praxis kennenlernen, können in hochtechnisierte Abläufe eintauchen, wie an zehn Herzkathetermessplätzen. Der Gang führt weiter in die Intensivstation. Zwölf neue Plätze wird es geben, die Kapazität steigt damit auf 30. „Wir sind ein Herzzentrum, für die Akutbehandlung ist das ein enorm wichtiger Bereich“, macht Linke deutlich. Von einem Tresen aus erfolgt das Monitoring und die Überwachung der Patienten.
Mit dem Aufsteigen durchs Haus geht es dem Patienten immer besser. Zunächst bezieht er die neue Station Intermediate Care (IMC) mit 38 Betten. Hier sind Menschen aus der Intensivstation noch kardiologisch überwacht, aber ihre Mobilität wird gefördert. „Damit tragen wir individuellen Bedürfnissen Rechnung“, erläutert der Theologe und Controller Linke. So gibt es Duschen, eine wesentliche Neuerung. Auf der Intensivstation wie auf der Intermediate Care wurden Kühldecken eingezogen, die für angenehmes Raumklima sorgen. „Die funktionieren wie ein großer Kühlschrank“, erläuter der 57-jährige Bauleiter. „Der Rückkühler ist auf dem Dach versteckt und wird dort verkleidet.“ Weiter geht es hoch zur Normalstation mit 38 Betten. Hier dürfen sich Patienten schon auf zuhause freuen. Bei kardiologischen Eingriffen wird eine Verweildauer von vier, bei herzchirurgischen von elf Tagen angestrebt.