Langgezogene Rufe aus dem Didgeridoo, einem der ältesten Blasinstrumente der Menschheit, vermischen sich mit Percussion-Klängen zu einer einzigartigen Rhythmik. Das Publikum auf dem Platz vor dem Kulturbahnhof in Biesenthal hört gebannt zu und scheint wie in Trance. Das Straßenmusikerfest rund um den Kulturbahnhof ist wieder angesagt, zum zwölften Mal - und es herrscht eine nahezu volksfestartige Stimmung vor dem alten und liebevoll sanierten Bahnhofsgebäude. Vorbeifahrende Züge sind eher Signale aus der Realität. Versunken lauschen und wiegen sich die Menschen im Takt des Duos "xstatic handcraft", das in einer Klangwelle den Körper zu Musik werden lässt. Das von Matthias Balk eingesetzte Didgeridoo entwickelten Aborigines in Australien. In den zurückliegenden Jahren erlebte es eine Renaissance.
Schon früh begannen die Vorbereitungen des Festes, deren Fäden der Verein Kulturbahnhof mit Elke Eckert, Frauke Felsch, Helge Schwarz und Heribert Rustige in Händen hält. Stände mit handgemachtem Bulgur-Salat, Würstchen aus Melchow, Crêpes, Waffeln, Kindermal-Station und Holzbastel-Werkstatt, Handarbeiten und Schmuck gehören dazu. Ein abwechslungsreiches, international gefärbtes Programm wird geboten.
Auf der Bühne - sie entstand aus der Treppe zum Bahnhof - gab sich unter anderem die Gruppe Akobastra mit Thorsten Otto und Anja Henatsch mit Musik und Tänzen aus allen Windrichtungen die Ehre. Sie zeigen, worauf es bei dem Straßenmusikfest ankommt: Es erklingen eigene Stücke und traditionelle Melodien, mal fröhlich, mal nachdenklich stimmend. Akobastra bringt viel Erfahrung mit Musik auf Straßen und Festen mit. Sie sind auf Brücken, Märkten und in Parks in und um Berlin, in Kneipen, Cafes und auf Geburtstagsfeiern zu hören.
Das Eberswalder Saxophon Quartett mit den vier Damen Isolde Discher, Karin Wagenschütz, Christine Hemeling und Manuela Wieder ist mit Titeln von Cat Stevens und Queen vertreten. Weiter ging es mit den "Pyjamas" und den Strawberry KaeyKs - einer etwas anderen Travestieperformance mit Titeln von Madonna, David Bowie oder Robyn. Die Songs sind neu arrangiert und interpretiert. Zum großen Finale wurde schließlich "Kelele" mit Musikern um Frontmann Abass Ndiaye angekündigt. Funk, Reggae und traditionelle afrikanische Rhythmen in unverkennbar eigenem Sound in senegalesischer Muttersprache sind ihre Herzensangelegenheit.
"Immer wieder freuen wir uns über die Abwechslung bei unserem Straßenmusikerfest vor allem, wenn es auch noch so international ist", freute sich Elke Eckert. Etwa rund 400 Zuschauer haben das Fest besucht, was allein schon für dessen sehr großen Zuspruch stimmt.