Um je drei Skulpturen werden Bernau und Panketal reicher. Sie entstanden im Rahmen des dreiwöchigen Deutsch-polnischen Bildhauersymposiums „Terrain/Teren“, das im Bernauer Stadtpark stattfand. Erstmals ist es gemeinsam von der Stadt Bernau und der Gemeinde Panketal veranstaltet worden. Es steht in der Tradition der deutsch-polnischen Bildhauersymposien, die die Bildhauermeisterin Anne Schulz in Biesenthal vor mehr als zehn Jahren initiiert hat.
Für Bernau und Panketal sind zunächst Standzeiten von zwei Jahren vorgesehen. Das Beispiel Biesenthal zeigt, dass etliche Arbeiten länger vor Ort bleiben, einige von der öffentlichen Hand oder privaten Sammlern erworben werden. Gleichsam eine Brücke von Biesenthal nach Bernau baute Stanislwa Kilarecki. Er hatte 2017 an einem Symposium in Biesenthal teilgenommen und übergab jetzt die dort geschaffene Arbeit für einen Euro an die Stadt Bernau,

Kunst im öffentlichen Raum

Er hoffe, dass diese schöne Tradition viele Jahre fortgesetzt werde, sagte Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke. Und ebenso sieht es Bernaus Bürgermeister André Stahl, der hofft, dass auf diese Weise auch künftig die Möglichkeit bestehen wird, künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum für die Bevölkerung zu präsentieren.
Für die Arbeiten dieses Symposiums gibt es auch Ideen, wo die Skulpturen aufgestellt werden sollen. In Bernau ist allerdings noch offen, welches Sandsteinwerk an welchem Standort platziert wird. Gedacht wird jedenfalls an den neuen Kulturhof, an das neue Rathaus und an den Pankepark. Für Panketal nennt Maximilian Wonke sogar fünf mögliche Standorte. Dies sind der Schillerpark, der Genfer Platz, das Rathaus, der Eigenbetrieb sowie der Radweg Berlin-Usedom. Die Werke sollen zu ihrer Umgebung passen. Denkbar wäre daher für ihn, dass die Skulptur „aufsteigend“ von Dorota Tollocko-Femerling einen Platz beim Eigenbetrieb findet. Der Grund: Das Ausgangsmaterial der Arbeit ist ein Gasrohr, das die Künstlerin in Berlin-Prenzlauer Berg geborgen hat und spiralförmig gestaltete. Es ist übrigens das einzige Werk, dass keinen Sandstein verwendete.

Sechs Künstler für Symposium ausgewählt

So entstanden „Das Gemeinsame im Ganzen“ von Robert Schmidt Matt, „Pan und Dryade“ von Marguerite Blume-Cardenas, „Schattenwächter“ von Norbert Sarnecki, „Terra acropolis“ von Stanislaw Kilarecki, „aufsteigend“ von Dorota Tollocko-Femerling, „Der Erde zugewandt...“ von Rolf Biebl sowie zustäzlich „Röhrender Hirsch“ von Anne Schulz.
Ursprünglich gab es für das Symposium 33 Bewerber, von denen schließlich drei deutsche und drei polnische Künstler ausgewählt wurden. Viele Zaungäste, Familien und Flaneure besuchten die Künstler bei ihrer Arbeit, sahen zu, Gespräche entstanden, berichtet der künstlerische Leiter Thomas Kumlehn. Organisiert wurde das Künstlertreffen mit praktischer Arbeit vom Bernauer Kulturamt, das „grüne Licht“ zur Durchführung und damit die Finanzierung kam von der Stadtverordnetenversammlung und der Gemeindevertretung. Für die technische Betreuung war wiederum Anne Schulz zuständig, womit einmal die Verbindung der künstlerischen Achse von Panketal, Bernau und Biesenthal unterstrichen wurde.

Skulpturen sind jetzt im Stadtpark zu sehen

Über die Verteilung der Kunstwerke entschied schließlich eine Jury. Eher dem Zufall geschuldet ist dabei, dass die Arbeiten der drei polnischen Künstler in Panketal und die der drei deutschen Künstler in Bernau ihren Platz finden werden. Stehen die Standorte fest, sind noch die Fundamente anzufertigen. Mit der Aufstellung wird daher nicht mehr in diesem Jahr gerechnet, die Skulpturen sind aber gegenwärtig noch im Stadtpark zu sehen.