Warum ist es im Kulturbahnhof Biesenthal so gemütlich? Das liegt an seiner ungezwungenen, kommunikativen Atmosphäre. Der Kunstadventsmarkt am Sonntag bildete da keine Ausnahme.
Die Besucher kamen in großer Zahl mit Kind und Kegel. Die heranwachsenden Sprösslinge halfen bei organisatorischen Tätigkeiten oder in der Küche, beim Waffelbacken und vielem mehr. Die Kleineren konnten sich beim Malen, beim Gestalten von Linolschnitten, Stempeln und beim Kerzenziehen vergnügen, während die reifere Jugend entweder das Gleiche tat oder nach Herzenslust plauderte und das Angebot der verschiedenen Stände unter die Lupe nahm.
Viel Applaus und gute Laune
Kaffee und Kuchen gab es reichlich. Ein Duo von Sinti Swing Berlin sorgte für die musikalische Untermalung. Die beiden spielten mit Schwung und Spontaneität, man konnte sehr gut hören, dass sie auf Django Reinhardts Spuren wandelten. Trotzdem waren sie nicht böse, dass sich viele Leute unterhalten wollten und nicht dauernd jeder einzelnen Note nachhorchten. Es wurde aber reichlich Applaus gespendet.
Die Gespräche und das Angebot der Stände waren so anregend, dass man beim Hinausgehen meinte, an einer wesentlich größeren Veranstaltung teilgenommen zu haben. Es wurde viel geboten. Unter anderem zeigte Pamela John Handarbeiten aus Wolle und weitere kunsthandwerkliche Feinheiten, Anke am Berg stellte ihre Bilder aus, Stempel gab es am Stand der Grafikerin Annette Wünsche. Der Illustrator Eberhard Gast bot Kinderbücher mit seinen Zeichnungen an. Doris Katerbau führte vor, wie man richtig spinnt und welch geschmackvolle Dekorationsgegenstände sich aus alten Exemplaren der MOZ basteln lassen – was die Vielseitigkeit einer Zeitung erneut unter Beweis stellt.
Helge Schwarz vom Verein Kulturbahnhof Biesenthal war mit dem Verlauf des Nachmittags sehr zufrieden und betonte das Anliegen, aus dem Bahnhof eine Begegnungsstätte und ein Kommunikationszentrum zu machen. Das ist ganz offensichtlich hervorragend gelungen, so gut, dass der Verein nicht einmal Nachwuchssorgen hat: Viele Kinder von Mitgliedern treten in die Fußstapfen ihrer Eltern, was über die Attraktivität mehr sagt als tauend Worte.