Danach werden auf einer Fläche von 7800 Quadratmetern an der Zepernicker Landstraße ein Norma-Lebensmittelmarkt mit 1050 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Getränkemarkt mit 400 Quadratmetern Verkaufsfläche und ein 150 Quadratmeter großes Bäckereifachgeschäft errichtet.
Im städtebaulichen Vertrag ist festgeschrieben, dass der Investor einen Gehweg zum Marktgelände baut und außerdem für eine sichere und beleuchtete Überquerung der Zepernicker Landstraße für Fußgänger sorgt. In diesem Zusammenhang stellte CDU-Fraktionschef Daniel Sauer, der auch Mitglied des Ladeburger Ortsbeirates ist, einen Sachantrag, dem die Stadtverordneten später zustimmten. Die Stadtverwaltung soll in Abstimmung mit dem Investor darauf hinwirken, dass die Gehwegfläche in Ausführung und Größe so bemessen werde, dass perspektivisch dort auch eine Bushaltestelle errichtet werden könne. Daniel Sauer setzt darauf, dass das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs in Ladeburg irgendwann erweitert wird. Ihm sei klar, dass die Ladeburger bis dahin "noch dicke Bretter bohren müssen", doch die Voraussetzungen könne man ja jetzt, wo an der Zepernicker Landstraße ohnehin gebaut werde, schon mal schaffen, sagte Sauer.
Das Gelände, auf der das kleine Einkaufszentrum für Ladeburg entstehen soll, war im Flächennutzungsplan als Fläche für eine landwirtschaftliche Nutzung dargestellt. Nun ist sie zu einem Sondergebiet mit Zweckbestimmung "Nahversorgung" geworden. Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes ist es möglich, eine Fläche von rund 6200 Quadratmeter neu zu versiegeln. In diesem Bereich sei "mit einem vollständigen Vegetationsverlust" zu rechnen, heißt es in einer Einschätzung der Stadtverwaltung. Damit gehen auch Lebensräume für wildlebende Tiere verloren.
Um Amphibien zu schützen, muss die Baufläche vor Baubeginn, spätestens ab Mitte Februar, mit einem Schutzzaun aus blickdichtem und nicht überkletterbarem Material abgegrenzt werden. Die Baufeldfreimachung und die Beseitigung von Vegetationsbeständen darf nur außerhalb der Brutzeit von Vögeln, also nicht im Zeitraum vom 1. März bis 30. September eines Jahres, erfolgen.
Sorgen um die Bäume
Große Sorgen haben sich einige Ladeburger um sechs einzelne, zum Teil unter Schutz stehende Bäume entlang der Zepernicker Landstraße gemacht. Bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfes machten sie entsprechende Einwendungen geltend. Die Mehrzahl dieser Bäume würde stehen bleiben, versicherte die Stadtverwaltung. Lediglich zwei müssten gefällt werden: ein Kastanienbaum und ein Pflaumenbaum. Dafür gebe es Ausgleichspflanzungen. Überhaupt werde es Neupflanzungen geben, auch auf dem Parkplatz des künftigen Einkaufsmarktes. Die Bäume sollen dort als Schattenspender dienen – eine Forderung, die die Stadtverordneten auch beim Bau des neuen Aldi-Marktes in Schönow durchgesetzt hatten.