Distanzreiten erscheint nur auf den ersten Blick langweilig. Dabei sind die körperlichen Belastungen für Ross und Reiter eine Herausforderung, diesen naturnahen Wettbewerb über viele Stunden und auf Strecken bis zu 160 Kilometer zu reiten.
Früh um sechs Uhr trafen sich die ersten Teilnehmer zum 22.Barnim-Distanzritt auf dem Reitplatz des RFV Rüdnitz. Im Barnim waren Rundstrecken von 27, 55 oder 82 Kilometer zu absolvieren. Auf den Strecken zwischen Rüdnitz, Wandlitz, Prenden bis hin nach Marienwerder war es am Sonnabend sehr heiß. Die Temperaturen lagen bei fast 30 Grad im Schatten. Wetterextreme sind beim Distanzritt nicht auszuschließen.
Laut Auskunft des Vereins standen auf den Strecken für drei Pferde je zwei Helfer zur Verfügung. Das ist im Distanzreiten eine durchaus übliche Relation und zeugt von dem großen Aufwand, der für diese Sportart notwendig ist. Damit alle beteiligten Tiere vom Pony bis zum Großpferd keinen Schaden nahmen, waren unter der Leitung von Cheftierarzt Dr. Fritz Walter vier Tierärzte, dreizehn Helfer beim Pulsmessen sowie etwa zwanzig weitere Helfen im Einsatz, um regelmäßig und zum Teil auch unangekündigt die körperliche Verfassung der Tiere gemäß Reglement zu kontrollieren und zu dokumentieren. Obwohl Walter im bereits Ruhestand ist, unterstützt der Veterinär mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung den RFV Rüdnitz um die Vereinsvorsitzende Nanett Nahs.
Sportlich war die 22.Barnim-Distanz ein Erfolg. Insgesamt wurden lediglich vier Pferde aus der Wertung genommen. Davon gingen drei Tiere lahm und eines hatte einen zu hohen Puls. Die Entscheidungen der Tierärzte nahmen die Reiter verständnisvoll und ohne Kritik hin. Sportliche Fairness und vor allem die Gesundheit der Tiere sind für Distanzreiter selbstverständlich.
42 Paare gingen auf die 27-km-Strecke. Der Weg für Einsteiger und Freizeitreiter führte von Rüdnitz Richtung Lanke und wieder zurück. Auf der Einführungsstrecke musste nur ein Pferd wegen Lahmheit ausscheiden. Es siegte Iris Ates aus Schwedt auf dem Wallach Ghamiro (174 Fehlerpunkte) vor Nina Kersten aus Trebbin auf Lucky Count (189). Platz drei ging an Anne Quaasdorf mit Salomee Siddartha`s Satyananda unter dem Leder.
Die beste Platzierung für den Barnim erreichten die beiden Bernauerinnen Anne Blum mit ihrem Reitpony Anastasia und Diana Harwardt auf ihrer Welsh B-Stute Moment mal.
Dreizehn Paare gingen auf die 55km. Und wie bei Distanzreitern üblich, finden sich immer wieder Paare oder Gruppen, denen das Gemeinschaftserlebnis vom Start bis zum Ziel wichtig ist. In diesem Fall kamen als Sieger Laura Libera auf ihrem Araber-Wallach Paterno und Uwe Schiller auf dem Traber-Wallach Carinjo gemeinsam ins Ziel. Sie waren mit durchschnittlich 13,92 km/h unterwegs. Den dritten Platz belegte die Gruppe mit Carl-Roman Culemann auf Aladin, Cornelia Weidlich auf Zenobia und Stella Herlt mit Alibaba.
Auf der 82-km-Strecke verzeichnete die Meldestelle drei Starterpaare. Leider musste ein Pferd nach dem Zieleinlauf wegen Lahmheit aus der Wertung genommen werden. Ins Ziel kamen demnach regulär und zeitgleich Carla Lakenbrink mit ihrem Reitpony-Wallach Jasper, der erstaunlich gut in Form war und der erfahrene Marcus Kirchner auf der Brandenburger Warmblutstute Dunja. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der vier betrug 10,79 km/h.
Die 22.Barnim-Distanz erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Alle Sportler zeigten sich mit der Organisation zufrieden, die Meldestelle hatte Silke Kumpf im Griff. Die Vereinsvorsitzende Nanett Nahs und Tierarzt Dr. Walter werden mit den Helfern auch im kommenden Jahr wieder zum Distanzreiten rufen, zumal in Brandenburg Distanzritte noch Mangelware sind.